Trendforschung für Anfänger: Drei Tage bei TRENDONE

Trendforschung für Anfänger

„Ich bin Trend-Analystin.“ Dieser Satz löst bei meinem Gegenüber im Normalfall folgende Redaktion aus: Überraschtes Stirnrunzeln. Prüfender Blick auf meine Klamotten. Noch mehr Stirnrunzeln. „Trends“, sage ich dann, „Nicht Moden. Gesellschaftliche Wandlungsphänomene.“ An dieser Stelle wird das Fragezeichen im Gesicht meines Gesprächspartners unübersehbar, und ich hole weiter aus. Einen Job zu erklären, den es so, zumindest in Deutschland, wohl kein zweites Mal gibt, dauert eben ein paar Sätze. Gerne auch mal einen ganzen Abend, denn die Zukunft finden eigentlich alle spannend. Und über Trendforschung gibt es viel zu lernen.

Diesen Herbst hatte ich zur Abwechslung mal ganze 3 Tage für das Erklären meines Berufs zur Verfügung. Eine alte Bekannte wurde für diese Zeit meine neue Kollegin: Jannike Stöhr, aka die Jobtesterin. Jannike scheint sich vorgenommen zu haben, so viele verschiedene Leben wie möglich in ihr eigenes zu quetschen. Eines endete mit ihrem Ausstieg bei Volkswagen vor ein paar Jahren und seitdem sind über 40 neue hinzugekommen, denn ungefähr so viele Jobs hat sie seitdem getestet. Nebenbei hat sie noch zwei Bücher geschrieben und eine Ausbildung in Design Thinking an der d.school Potsdam gemacht, wie ich auch. Zwei Jahre später steht sie im Büroflur vor mir, mit eigener Praktikantin und Babybauch. Habe ich beides nicht. Wie Trendforschung funktioniert, erkläre ich ihr trotzdem gerne.

Tag 1: Schwache Signale

Der erste Tag ist so eine Art Rundumschlag zu allem, was TRENDONE so macht. Vorträge organisieren, Innovationsmanager beraten, Roboter zum Tanzen bringen. Und ganz wichtig: Micro-Trends scouten. Ein Micro-Trend ist eine konkrete Innovation; ein schwaches Signal, an dem sich größere Trendströmungen ablesen lassen.

Bevor Jannike und ihre Praktikantin Melina aber selbst scouten, können sie sich erst einmal mit dem Format des Micro-Trends vertraut machen. Ein Consulting-Projekt für eine große Drogeriemarkt-Kette benötigt noch ein paar Micro-Trends in Form von kurzen Beschreibungstexten, die thematisch zugeordnet werden müssen. Das meistern die beiden schon mal sehr souverän.

Trendforschung für Anfänger

Jobtesterin Jannike und Praktikantin Melina bekommen einen Einblick in die Trendforschung.

Tag 2: Auf der Jagd nach Trends

Der nächste Schritt ist das Scouting. Jannike und Melina arbeiten sich durch unseren Quellenstamm: diverse Nachrichtenseiten, Blogs, soziale Medien. Ein Micro-Trend kann allerdings so ziemlich überall auftauchen, deswegen sind hier auch die Trend-Scouts in aller Welt eine große Hilfe.

Beim Scouten ist Schnelligkeit gefragt, denn neben den Scouts sind auch mehrere Analysten und Redakteure auf der Suche nach dem nächsten Trend. Zwischendurch will Melina schon fast aufgeben, weil es in der Trend-Datenbank schon alles zu geben scheint, selbst Dinge, die für sie noch ziemlich nach Science Fiction klingen. Aber schließlich hat sie Glück.

Tag 3: Der Zukunftsvirus

Zuletzt muss ich meinen beiden Schützlingen nur noch beibringen, wie sie die Trends in etwa vier bis fünf Sätzen zusammenfassen und mit einem aussagekräftigen Bild versehen. Das ist schnell erledigt, sodass am Nachmittag noch Zeit für ein Meeting mit unserem Gründer Nils Müller bleibt – ein seltenes Privileg, denn meistens ist Nils für Keynotes, Konferenzen oder andere wichtige Termine in der Weltgeschichte unterwegs.

Wenn Nils mit Menschen spricht, kann man meistens nach kürzester Zeit dabei zusehen, wie seine Begeisterung für die Zukunft auf die anderen überspringt. Mit großen Gesten erläutert er Jannike und Melina unser neues WAVE 5-Poster und erntet tatsächlich leuchtende Augen. Dieses Leuchten hält auch noch an, als ich Melina und Jannike einige Zeit später zur Tür bringe und schon wieder verabschieden muss. Ich muss schmunzeln. Da haben wir wohl wieder mal jemanden mit dem Zukunftsvirus infiziert.

Dank Trendforschung zu mehr Innovationskraft

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