Diversity Awareness: Mehr Bewusstsein für Diversität in Unternehmen

Diversität in Unternehmen ist zu einem viel diskutierten Thema geworden. Die Vorstellung vom weißen, männlichen „Durchschnitts-Mensch“ hat ausgedient. Immer mehr Einzelpersonen und Organisationen fordern Chancengleichheit und die Beachtung möglichst vieler Interessen. 

Diversität bedeutet, dass auf soziale und ethnische Unterschiede sowie Altersstrukturen und Geschlechtsidentitäten Rücksicht genommen wird – vor allem auch in der Ökonomie. So hat sich der Begriff “Diversity” in den letzten Jahren von einem Schlagwort im aktivistischen und wissenschaftlichen Kontext hin zur Bezeichnung einer wirtschaftlichen Managementfunktion gewandelt: In Alltag, Ausbildung und Beruf soll auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen eingegangen werden, um Diskriminierung zu vermeiden und individuelle Talente zu fördern.

Wir stellen Ihnen die wichtigsten Entwicklungen vor.

1. Viele Organisationen richten Stellen für Gleichstellung und Diversity Management ein

Welchen Stellenwert die Diversität in Unternehmen eingenommen hat, zeigt sich daran, dass viele Organisationen bereits auf betrieblicher und organisatorischer Ebene Maßnahmen ergreifen. So richten Unternehmen und Hochschulen vermehrt Stellen für Gleichstellung und Diversity Management ein, um unterschiedlicheren Zielgruppen mehr als zuvor gerecht zu werden.

Dabei stehen sie vor der komplexen Aufgabe, die Wechselwirkungen unterschiedlicher Dimensionen von Diskriminierung zu durchdringen, die man auch als Intersektionalität bezeichnet. Das ist der Fall, wenn jemand aufgrund mehrerer Merkmale benachteiligt werden könnte, also etwa schwarz ist und eine Behinderung hat.

2. Repräsentation und Sprache sollen Vielfalt in der Gesellschaft berücksichtigen

Ein weitere wichtige Entwicklung, die unter anderem auch zu mehr Bewusstsein für Diversität in Unternehmen führen soll, ist der Versuch, Gleichberechtigung in Repräsentationen unterschiedlicher Lebensweisen und im sprachlichen Ausdruck zu erreichen. So achtet bei Filmen, Büchern und anderen Unterhaltungsmedien das Publikum nun verstärkt darauf, ob Sprache und Figuren die Vielfalt in der Gesellschaft abbilden. Es reagiert sehr viel empfindlicher auf Stereotypisierungen als früher und fordert die individuelle Betrachtung jeder Biografie. Dazu gehört auch die Ächtung als diskriminierend empfundener Worte oder der Wechsel vom generischen Maskulinum zum Gendern.

3. Diversität in Unternehmen: Das sind die wichtigsten Treiber

US-amerikanisch geprägte Bewegungen wie #metoo und Black Lives Matter haben vielen Menschen den Eindruck vermittelt, es handele sich um kein europäisches Thema. Doch langsam befasst sich aber auch hier der Mainstream mit Fragen sozialer Gerechtigkeit. Diverse Treiber sorgen in den meisten westlichen Gesellschaften für eine Verbreitung und Verstärkung des Trends Diversity Awareness.

Ein wichtiger Aspekt etwa für Geschlechtergerechtigkeit ist das Doppelverdiener-Modell: Der Anteil weiblicher Arbeitnehmerinnen ist stetig gestiegen, während die Reallöhne gefallen sind. Eine Familie von nur einem durchschnittlichen Gehalt zu ernähren, ist heute bedeutend schwieriger als noch vor einigen Jahrzehnten.

Junge Fachkräfte haben heute unterschiedlichere Hintergründe als früher.

Ethnische Vielfalt wird dahingegen durch die Globalisierung vorangetrieben, was Gesellschaften und damit auch Belegschaften immer multikultureller macht. Diese Diversität bringt ein höheres Maß an Innovation mit sich, aber vor allem anfangs auch Konflikte, die bearbeitet werden müssen.

Damit zusammen hängt auch der demographische Wandel: Junge Fachkräfte haben heute unterschiedlichere Hintergründe als früher. Und durch die Digitalisierung wird es notwendig, auch ältere Arbeitnehmer:innen immer wieder neu zu integrieren. Diese Vielfalt bereichert, wenn die Generationen voneinander lernen.

Diversität in Unternehmen schafft neue Möglichkeiten

Viele Branchen stellt das steigende Bewusstsein für die Vielfalt in der Gesellschaft vor Herausforderungen – und schafft gleichsam neue Möglichkeiten. Im Medien -und Unterhaltungssektor etwa zieht sich die Forderung nach Repräsentation durch alle Bereiche, ob Talkshows, Spiele oder Werbung. Die Gefahr ist hoch, dass nur einzelne People of Color stellvertretend als „Quoten-Minderheit“ dargestellt werden. Inhalte können nur so divers sein, wie die Menschen, die sie machen. Doch gerade die sehr weiß geprägte Kreativbranche kann von den neuen Perspektiven profitieren, die bisher weniger rekrutierte Demografien mitbringen.

Nicht nur Herkunfts- oder Geschlechter-, sondern auch Neurodiversität bringt neue Talente in den Pool.

Eine Branche, die generell keinen guten Ruf in Sachen Gleichberechtigung hat, ist der IT- und Telekommunikationsbereich. Dabei ist gerade die IT-Branche dringend auf der Suche nach Talenten – und dies aufgrund das Fachkräftemangels in westlichen Gesellschaften oftmals international. Dadurch können IT-Arbeitnehmer:innen entsprechende transkulturelle Herausforderungen mit sich bringen.

Doch die Diversität der Individuen birgt auch eine große Chance für Unternehmen. Denn nicht nur Herkunfts- oder Geschlechter-, sondern auch Neurodiversität bringt neue Talente in den Pool, wenn etwa auf die Bedürfnisse und speziellen Fähigkeiten von Menschen auf dem Autismussspektrum eingegangen wird.

Diversity Awareness und weitere relevante Trends auf einem Blick in unserer Mega-Trend-Map

Megatrend Map

Diversity Awareness ist einer von insgesamt 109 Macro-Trends aus unserem aktuellen Trenduniversum, das sich übergreifend in 17 Mega-Trends unterteilt. Diversity Awareness ist Teil des Mega-Trends “Woke Culture”.

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