Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Die aktuelle Krise hat uns allen deutlich gemacht, wie instabil unsere Organisationen bisweilen sind. Maximal optimierte Systeme, hoch effizient. Aber eben auch störungsanfällig. Aus diesem Grund ist Resilienz zukünftig eine um so mehr erfolgskritische Eigenschaft von Unternehmen und Organisationen. Denn eines ist klar: Die Pandemie war nicht die erste systemische Krise, und sicherlich auch nicht die letzte.

Was bedeutet Resilienz?

Resilienz bedeutet die Fähigkeit eines Systems, in den Ursprungszustand zurückzukehren. Bekannt ist das Konzept der Resilienz vor allem aus der Psychologie. Es ist aber auch auf komplexe Systeme, wie z.B. Unternehmen übertragbar.

Innerhalb der Resilienz gibt es zwei Konzepte: “Bounce back”: Das System federt in den Zustand vor dem externen Schock zurück.

Weiter geht der “Bounce Forward” Ansatz. Das System kehrt in einen stabilen Zustand zurück, jedoch auf einem höheren Niveau als zuvor. Beispielsweise weil Dinge andersartig als vorher angegangen werden und somit Lerneffekte erzielt werden konnten. Der Bounce Forward Ansatz kann mit dem Konzept der Adaptabilität gleichgesetzt werden. Anpassungsfähigkeit auf einem höheren Reifegrad des Systems.

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Dieses Bild fasst die Situation perfekt zusammen (11. März 2020 – Graeme MacKay, The Hamilton Spectator).

 Wie macht man Unternehmen resilient?

Folgende Maßnahmen können die Resilienz des Unternehmens steigern:

  • Eigenkapitalquote stärken und für mehr Liquidität sorgen. Im Durchschnitt haben Unternehmen 6% Liquidität vom Umsatz. Das bedeutet 22 Tage Überlebensfähigkeit.
  • Break Even Punkt nach unten treiben. Effiziendruck und niedrigere Kosten können ermöglichen, dass Unternehmen auch bei Unterauslastung noch profitabel wirtschaften können.
  • Regionalisierung angehen. Produktion und Markt näher einander rücken. Ein Großteil des Handels passiert längst innerhalb der großen Wirtschaftsräume wie Asien und Europa (ca. 60%). So kann der Störfaktor innerhalb von Supply-Chains minimiert werden.
  • Das Unternehmen international in Hubs organisieren, um schnelle Entscheidungen nah am Markt treffen zu können. Ein Beispiel hierfür ist ebm-Papst Klimaanlagen. Das Unternehmen betreibt dezentrale Hubs mit eigenen Vertriebs- und Auslieferungszentren. Dieser Ansatz hat sich bei globalen Krisen als zumindest weniger Störanfällig erwiesen.

Nun liegen diese Maßnahmen typischerweise im Verantwortungsbereich des CEO, CFO oder COO.

Was können Innovationsverantwortliche tun?

Diese vier Szenarien für Innovationsstrategien in Krisenzeiten spiegeln exemplarisch mögliche Konstellationen wieder. Die Achsen zeigen die wichtigsten Determinanten mit der größten Ungewissheit. Im Folgenden zeigen wir, welche Innovationsstrategien in den verschiedenen Szenarien Best Practice sind.

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Bevor wir auf die Innovationsmaßnahmen in diesen Szenarien eingehen, sollen die Szenarien zunächst anhand von vier Beispielen erläutert werden.

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Die beiden Achsen “Dauer der Krise” und “Nachhaltigkeit der Verhaltsänderung” sind aktuell sicherlich die beiden größten Unbekannten. Das Beispiel Luftfahrt zeigt ein extremes Szenario auf: Viele Geschäftsreisen werden dauerhaft durch Online Meetings ersetzt. Ein Anknüpfen an den Vor-Corona-Zustand ist unmöglich. Die relativ lange Dauer der Krise hat einen gewaltigen finanziellen Schaden herbeigeführt.

Eine gegenteilige Situation finden wir in der Bauwirtschaft: Die operative Durchführung in der Bauwirtschaft ist durch die Krise kaum betroffen. Die Art und Weise wie Gebäude errichtet werden, ändert sich durch die Krise nicht nachhaltig (bezogen auf die Corona-Krise). Ausgenommen sind hier nachgelagerte Effekte wie eine Rezession.

Welche Maßnahmen sind in welchen Konstellationen sinnvoll?

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Resilienz durch Innovationsmanagement: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Fazit

Genau wie bei den eingangs beschriebenen kaufmännischen Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz gibt es auch im Innovationsmanagement dominante Strategien bzw. Maßnahmen. Also Dinge, die in jeder Krisen-Konstellation aber auch in Abwesenheit von Krisen sinnvoll sind. Dazu gehört, ein Innovation Front-End aufzubauen. Dieses Front-End liegt vor dem eigentlichen Innovationsprozess und hat das Ziel, die Risiken und Unsicherheiten zu minimieren und Handlungsfähigkeit unter Unsicherheit zu maximieren.

Konkrete Tools hierfür sind ein Trendscouting, ein Trendradar sowie die Arbeit mit Innovationsfeldern und Szeanrien. Diese Tools helfen dabei, in unsicheren Zeiten Klarheit und Orientierung zu behalten. Weiterhin ist ein wichtiger Erfolgsbeitrag, dass Innovationsvorhaben systematisch fokussiert und wenn nötig re-evaluiert werden können, wenn sich externe Rahmenbedingungen ändern. Dies ist gerade jetzt bei reduzierten finanziellen Spielräumen ein enormer Vorteil.

TRENDONE unterstützt Sie bei Ihrem Innovationsvorhaben: Erfahren Sie mehr über unsere Beratungsformate und Innovationstools.