Eisige Zeiten für Elektro-Roller

E-Scooter

Im Sommer haben E-Scooter die deutschen Großstädte überrollt. Das große Chaos ist allerdings ausgeblieben. Und auch die Zahl der Unfälle hielt sich in Grenzen. Mit dem nahenden Winter wird es für die Verleiher nun kritisch: Die Zahl der Nutzer ging offenbar bereits nach einer kurzen Anfangseuphorie zum Start zurück.

Für die Wintermonate müssen die Verleiher wie Lime, Bird, Tier oder Voi mit einem weiter rückläufigen Geschäft rechnen. Vor allem wegen des Wetters. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der E-Scooter im Straßenbild stark reduziert. Experten rechnen darüber hinaus mit einer Konsolidierung bei den vielen Anbietern. Einige Unternehmen wie beispielsweise Voi haben sich daher rechtzeitig mit Kapital eingedeckt. So versuchen sie, die kommenden Monate zu überstehen.

Mit technischen Lösungen wollen sie zudem Kosten reduzieren. So setzt beispielsweise Tier bei seinen E-Scootern auf Wechselakkus. Dadurch soll das nächtliche Einsammeln der Roller vermieden werden.

Die Akku-Packs könnten mit Lastenfahrrädern verteilt werden. Das würde auch die Umweltbilanz der Roller verbessern. Denn das Einsammeln geschieht zumeist mit Diesel-betriebenen Lieferwagen. Das verhindert eine positive CO2-Bilanz.

Roller fahren autonom zum Kunden

Das US-Start-up Skip beispielsweise baut einen E-Scooter mit Wechselakku. Wegen seiner robusteren Bauweise kann er auch bei schlechteren Witterungsbedingungen eingesetzt werden. Zudem ist der Akku wasserdicht und benötigt weniger Ladezeit.

Die E-Roller per Fernsteuerung zu verlegen, ist eine andere technische Lösung. Die US-Firma Tortoise hat ein System entwickelt, mit dem sich die Scooter in niedriger Geschwindigkeit autonom bewegen können. Mitarbeiter überwachen sie dabei über Kameras.

So können die Roller selbstständig zur Wartung an Sammelpunkte fahren. Außerdem lassen sich die Fahrzeuge auf diese Weise auch direkt vor die Tür von Kunden manövrieren. Mit einem ähnlichen Konzept arbeitet das US-Designstudio Knack. Deren Roller sollen automatisch zu Standorten mit hoher Nachfrage fahren.

Bessere Koordination der E-Scooter Angebote

Welche Unternehmen die Wintermonate überleben werden, ist nicht ausgemacht. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die US-Anbieter nicht so leicht vom Markt verdrängen lassen dürften. Das liegt nicht zuletzt an dem hohen Investmentkapital, das sie in ihrer Heimat eingesammelt haben.

Für die Städte dürfte es im kommenden Jahr vor allem darauf ankommen, ihre Mobilitätsangebote besser zu koordinieren. Dafür bietet beispielsweise das Unternehmen Lacuna Verkehrsämtern eine Software. Diese soll Daten der Sharing-Dienste sammeln und analysieren. Außerdem berät das Unternehmen dabei, den Mix an Transportmöglichkeiten zu verbessern.

Mit einer besseren Koordination könnte auch künftig ein Chaos in den großen Städten vermieden werden. Technische Lösungen helfen dabei, umweltbelastende Faktoren zu reduzieren. So würde eine auch ökologisch sinnvolle Alternative für die letzte Meile entstehen. Auch wenn viele Nutzer bei Regen und Kälte trotzdem auf andere Transportmittel umsteigen dürften.

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