Nachhaltige Ernährung: Besser essen für den Planeten

Essen wollen wir alle. Die Frage ist, wie wir dabei möglichst wenig Schaden anrichten. Zwar hat die industrialisierte Landwirtschaft jahrzehntelang für reiche Ernten gesorgt. Doch dieser Erfolg hatte den Preis, dass natürliche Kreisläufe der Erzeugung und Verwertung von Lebensmitteln aufgebrochen wurden. Entstanden ist ein komplexes System, in dem unter anderem Wasserverbrauch, Düngemittel, Tierhaltung, Transportwege und Kühlung eine Rolle spielen. Oft genug muss eine Verbraucherin Äpfel mit Birnen vergleichen, um zu einer Entscheidung zu gelangen: Ist eine Mandelmilch, deren Herstellung die Dürre in Kalifornien verschlimmert, besser als die aus dem Euter einer methanausstoßenden Kuh? Was ist mit künstlich hergestellten Milchproteinen? Glücklicherweise gibt es in allen Bereichen des Lebensmittelsystems Micro-Trends, die aufzeigen, wie eine nachhaltige Ernährung in Zukunft funktionieren könnte.

Landwirtschaft: Nachhaltige Ernährung auf engstem Raum

Weltweit wachsen die Städte und landwirtschaftliche Anbauflächen schwinden. Die Herausforderung, Essen für immer mehr Menschen auf immer kleinerem Raum zu produzieren, wird oft mit Indoor Farming beantwortet. Der Supermarkt Whole Foods etwa baut seine eigenen Pilze an, IKEA Salatköpfe für das hauseigene Restaurant. Noch kleinteiliger wird die Produktion von Lebensmitteln in der Petrischale, wenn Fleisch oder Fisch entweder künstlich gezüchtet oder mit pflanzlichen Proteinen täuschend echt nachgebildet werden.

Verpackung: Gegen den Plastikozean

Bauernmärkte erleben eine Renaissance und auch Unverpackt-Läden eröffnen in immer mehr Städten. Innovative Verpackungen sind nicht nur recycelt oder biologisch abbaubar, sondern verlängern auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln. IoT-Technologien werden genutzt, um über die Verpackung auch die Haltbarkeit des Kühlschrankinhalts zu tracken. Gerade Plastikflaschen sind ein großer Teil des Müllproblems. Deswegen hat etwa Island eine Kampagne gestartet, um Leitungswasser wieder attraktiver zu machen, das in wiederverwendbare und sogar kompostierbare Flaschen abgefüllt werden kann.

Konsum: Nicht nur Verzicht

Tierische Lebensmittel haben so einen schlechten Ruf, dass sie mittlerweile ganze Firmen vom Speiseplan streichen. Doch auch hier sind die Zusammenhänge wieder sehr viel komplexer, als sie scheinen. So trägt ein ganzheitliches Weidemanagement sogar dazu bei, dass Weidetiere CO2 im Boden binden helfen. Deswegen ist die Schulung von Landwirten in diesem Bereich so wichtig.

Technologie und insbesondere Blockchain kann dabei helfen, die Vielzahl an Informationen für Verbraucher transparent zu machen. Und ihnen den Zugriff auf saisonale, regionale Lebensmittel zu erleichtern.

Verwertung: In der Natur gibt es keinen Müll

Die Möglichkeit, Daten im großen Stil zu aggregieren und zu tracken, ist auch eine viel versprechende Waffe im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Aus Abfall können so neue Produkte entstehen und kündigen die Renaissance einer Kreislaufwirtschaft an. Darin werden Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs wieder zu Kompost und geben dem Boden Nährstoffe zurück. Letztendlich muss dabei das Ziel sein, die oben genannten natürlichen Kreisläufe wiederherzustellen. Auch nicht mehr essbare Lebensmittel nehmen hierbei als Kompost eine wichtige Rolle ein, damit dem Boden nicht immer nur noch mehr Nährstoffe entzogen und unzureichend durch Mineraldünger ersetzt werden.

Mehr Trends zum Thema nachhaltige Ernährung

Was der Einzelne tun kann, wurde schon oft wiederholt: möglichst biologisch, saisonal, regional essen. Genauso wichtig ist es aber, ein Bewusstsein für die komplexen natürlichen Zusammenhänge zu entwickeln, innerhalb derer wir uns bewegen. Klimawandel, Bodenerosion und Urbanisierung sind nur einige der Faktoren, die hier beachtet werden müssen, um auch morgen noch alle satt zu bekommen. Innovative Techniken, wie sie auch im Trendexplorer täglich vorgestellt werden, sind hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.