Die spannendsten Micro-Trends im Juni

Ein Lieferroboter, der zusammen mit einem selbstfahrenden Transporter Pakete austrägt, eine Algenfarm die Kohlendioxid aus der Luft filtert und eine Marketingaktion, die Rassisten vom mobilen Internet abschneidet: Das ist eine Auswahl der interessantesten Micro-Trends, die die Analysten von TRENDONE im Juni besonders beeindruckt haben.

Unsere Trendredaktion filtert und bewertet die vielen Innovationen, die uns täglich erreichen. Die besten von ihnen werden in unseren Trendexplorer aufgenommen. Einmal im Monat wählen unsere Analysten aus den Hunderten Micro-Trends dann die fünf interessantesten und beeindruckendsten Innovationen.

Senior-Analyst Sandro Megerle stellt diese Beispiele dann in einem Live-Call vor. Dort erklärt er sie in ihrem Kontext und zeigt ihre gesellschaftliche Auswirkungen auf. Die nächsten Termine sind Donnerstag, der 6. Juni und Dienstag, der 9. Juli jeweils von 11.30 bis 12 Uhr. In unregelmäßiger Folge zeigen wir Ihnen zudem eine Auswahl daraus hier im Blog.

Der Lieferroboter, der sich selbst entpackt

Der Autohersteller Ford testet derzeit in den USA gemeinsam mit dem Roboterbauer Agility Robots eine neue Form der Paketzustellung.

Ein autonomes Fahrzeug bringt dabei den „Digit“ genannten Lieferroboter an seinen Einsatzort. Dort öffnet sich die Ladeklappe und „Digit“ entpackt sich zunächst selbst – was ungefähr so aussieht wie bei der Droiden-Armee in „Star Wars“. Anschließend greift der zweibeinige Roboter sich ein Paket und marschiert los.

Statt auf Rädern, wie Lieferroboter anderer Hersteller, geht „Digit“ auf zwei Beinen. Dadurch kann er auch Hindernisse wie Treppen oder unebenes Terrain überwinden. So liefert er ein bis zu 20 Kilogramm schweres Paket bis vor die Haus- oder Wohnungstür.

Die Kombination aus autonomem Fahrzeug und Roboter für die Lieferung auf den letzten Metern birgt enormes Potenzial. Dank der kurzen Distanzen, die „Digit“ nur noch überwinden muss, kommt er mit kleineren Batterien aus. Die Akkus des rund 1,50 Meter großen Roboters werden während der Fahrt im Begleitfahrzeug aufgeladen.

Außerdem kann „Digit“ zusätzlich zu seinen eigenen Navigationsinstrumenten wie Lidar und Stereokameras auf die Sensoren des Fahrzeugs zurückgreifen. „Digit“ ist darauf programmiert, einfache Strecken selbst zu bewältigen. Sollte allerdings ein unerwartetes Hindernis auftauchen, kann er ein Bild an das Fahrzeug senden. Dort wird dann eine Lösung für das Problem erarbeitet. Auch die Routen des Roboters werden zuvor im Fahrzeug berechnet.

Der Roboter für die letzten Meter ist gemeinsam mit dem autonomen Transporter eine kostengünstige Form der Lieferung. Sie hat das Potenzial, die Branche komplett umzukrempeln. So könnte „Digit“ beispielsweise auch bei autonomen Shuttle-Diensten im Kofferraum mitfahren und zwischendurch Pakete ausliefern. Schließlich lässt er sich auch nicht von bellenden Hunden aufhalten.

Biosolar-Panels aus Algen reduzieren CO2

Der durch Treibhausgase ausgelöste Klimawandel gehört zu den drängendsten Problemen unseres Planeten. Eine Lösung ist die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Wissenschaftler des Imperial College London verfolgen einen komplementären Ansatz: Sie wollen Schadstoffe aus der Atmosphäre filtern.

Dazu haben sie gemeinsam mit dem Start-up Arborea ein System entwickelt, das mithilfe von Algen die Luft reinigen soll. Das „BioSolar Leaf“ genannte Anbausystem basiert auf Mikroalgen, Phytoplankton und Kieselalgen. Diese Organismen wachen auf solarzellenähnlichen Strukturen. Diese können beispielsweise auf Hausdächern angebracht werden.

Die Algen reduzieren durch Photosynthese das Kohlendioxid in der Luft. Gleichzeitig produzieren sie Sauerstoff mit einer Rate, die hundert Bäumen auf der Grundfläche eines einzigen Baums entspricht. Aus der dabei anfallenden Biomasse extrahiert Arborea Nährstoffe. Diese können als Zusatzstoffe für pflanzenbasierte Nahrungsmittel genutzt werden.

Die Wissenschaftler testen die Anlage als Pilotprojekt auf dem Campus in White City. Sie wollen damit herausfinden, wie sich neue Technologien unter alltäglichen Bedingungen auf Umwelt- und soziale Aspekte auswirken.

Werbe-Coup zwingt Rassisten offline

In Italien gewinnen fremdenfeindliche Kommentare, Videos und Haltungen zunehmend an Einfluss. Die italienische Ausgabe des „Rolling Stone“ wollte dem etwas entgegensetzen. Sie hat daher gemeinsam mit der lokalen Serviceplan-Agentur eine Aktion gegen Rassismus inszeniert.

Ziel war es, Rassisten daran zu hindern, ihre Botschaften im Netz weiter zu verbreiten. Für „Burn Racist Giga“ lockte das Magazin durch eine zielgerichtete Facebook-Kampagne Nutzer auf eine mobile Webseite. Dort waren der populäre rassistische Videos mit Hassbotschaften zu sehen.

Allerdings waren die Videos manipuliert, so dass sie bis zu 40 Mal mehr Datenvolumen verbrauchten als üblicherweise. Dabei machte sich die Kampagne zunutze, dass die meisten Mobilfunktarife in Italien nur vier bis acht Gigabyte Datenvolumen beinhalten. Danach wird der Internetkonsum bis zum Folgemonat eingeschränkt.

Beim Betrachten der Videos wurde schnell das mobile Datenlimit der Nutzer überschritten. Sie waren nach ein paar Minuten offline. Weder konnten sie weiter im Internet surfen, noch Daten auf soziale Plattformen hochladen. Die Rassisten waren für den Rest des Monats vom Internet abgeschnitten.

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