Human Scale Mobility – Der Mensch als Maßstab für Mobilitätsangebote

„We are now in an era where urban planners have finally started focusing their plans more on people than cars”

– Petra Hurtado von Urban Breezes & TRENDONE Industry Insider

Die autogerechte Stadt hat ausgedient. Sie schadet der Gesundheit und ist klimaschädlich. Und vor allem – sie schränkt unsere Lebensqualität ein.

Mobilität wird sich zukünftig (wieder) am menschlichen Maß und Tempo orientieren, sodass alle Stadtbewohner am Verkehr und am öffentlichen Leben teilhaben. Das motiviert die Menschen, sich im Alltag mehr zu bewegen und den öffentlichen Raum öfter und gerne zu nutzen. Gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel und die zunehmenden gesundheitlichen Probleme durch Übergewicht spielt der Ansatz der Walkability von Städten eine immer größere Rolle.

Lösungen, um die Mobilität wieder an dem Wohl des Menschen auszurichten, sind die Bevorzugung von Fußgängern und Fahrradfahrern in der Stadt, die Förderung von ÖPNV und Carsharing-Angeboten sowie eine Nachverdichtung und Funktionsmischung von Städten.

Fußgänger & Fahrradfahrer vor!

In vielen Städten genießt der Ausbau des Fahrradverkehrs mittlerweile eine Priorität – das Verkehrsmittel Fahrrad ist emissionsfrei, gesundheitsfördernd, platzsparend und reduziert die Geschwindigkeit der Stadt.

Die Ausrichtung der Alltagsmobilität auf Fußgänger und Fahrradfahrer ist am Beispiel einiger Vorreiter zu beobachten: Kopenhagen ist wohl die bekannteste Fahrradstadt. Paris hat ein Ufer der Seine für Autos gesperrt und für Fußgänger freigegeben. In New York wurde am Broadway mehr Platz für Passanten und Cafés geschaffen; und mit dem Projekt Summer Streets werden an mehreren Samstagen im Sommer die Straßen von Manhattan für Fußgänger und Fahrradfahrer freigegeben. Kein Wunder also, dass New York inzwischen als fußgängerfreundlichste Stadt Nordamerikas gilt. Auch in Seoul wurde eine Autobahn in einen Park umgewandelt. Berlin möchte den Fahrradverkehr zukünftig ebenfalls massiv fördern.

Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs

Auch der ÖPNV gewinnt immer mehr an Bedeutung. Je besser dieser ausgebaut ist, desto mehr Menschen lassen das Auto stehen oder entscheiden sich gar dafür, ihr Auto abzuschaffen. Für den Ausbau des ÖPNV sind auch nutzerfreundliche Lösungen für den Ticketkauf im ÖPNV oder das Ticket-Sharing wichtig, da sie den Kunden zusätzlichen Anreiz und Service bieten. Den autofreien Alltag erleichtern Mobilitäts-Apps wie Moovel oder Whim. Diese suchen für jede Strecke die passende Kombination aus verschiedenen Verkehrsmitteln.

Förderung von Kurzzeitmobilität

Im Bereich Carsharing, Ride-Sharing und Ride-Hailing (Uber, Lift) gibt es immer mehr Angebote, die es einfacher machen, anlassbezogen Mobilitätsangebote wahrzunehmen, ohne permanent ein Auto halten zu müssen.

Vorausschauende Stadtplanung

Entscheidend für eine Mobilität, die sich nach den Menschen richtet, ist nach wie vor die Gestaltung des Stadtraumes. Stadtviertel, die eine Mischung aus Wohnraum, Geschäften sowie Arbeitsplätzen bereitstellen und wo es breite Fußgängerwege gibt, sind prädestiniert für eine kleinräumige Mobilität. Wenn man auf kurzen Wegen die meisten Dinge des Alltags erledigen kann, dann steigert das nicht nur die Lebensqualität in dem Stadtviertel und schafft zeitliche Freiräume – vielmehr stellt sich hier die Frage nach einem Auto gar nicht mehr.

Wir haben ein Szenario für Sie entworfen, wie das ideale Stadtviertel der Zukunft aussehen könnte, um eine Human Scale Mobility zu ermöglichen:

 

Future Szenario

Housing

Der Alltag wird sich – in Städten und in abgemilderter Form auch in ländlichen Regionen – in einem kleineren Umkreis abspielen. Das Leben findet innerhalb der Stadtquartiere statt. Dort wird gewohnt, gearbeitet und eingekauft. Die Wohnumgebung ist hochverdichtet, die Nachbarschaft divers, und mit einer Mischung von Micro-Appartements über Senioren- und Studenten-WGs bis hin zu familiengerechten Haus-in-Haus-Konzepten, bleibt die Nachbarschaft lebendig.

 

 

Shopping

Kleinräumige City-Supermärkte decken den Frische- und Convenience-Bedarf im Alltag. Showrooms und Pop-up-Shops sorgen für ein diversifiziertes und abwechslungsreiches Warenangebot auf kleinem Raum. An verschiedenen zentralen Punkten werden Online-Bestellungen abgegeben und abgeholt, um den Lieferverkehr in Grenzen zu halten. Grünflächen, Stadtmöblierung und gastronomische Konzepte lockern das Stadtbild auf und laden die Anwohner zum Verweilen ein.

 

 

Working

Gearbeitet wird in dezentralen Coworking-Spaces, in denen Firmen für einzelne Teams Räume anmieten. Mitarbeiter müssen dann nicht wie einst zu den großen Firmenzentralen am Stadtrand pendeln, sondern können wohnortnah arbeiten und sich zum Beispiel in Virtual-Reality-Meetings mit anderen Kollegen abstimmen. Einige Co-Working-Spaces bieten auch Kinderbetreuung an oder sind direkt mit einer Kita verbunden, sodass Familie und Beruf miteinander vereinbart werden können.

 

 

Leisure

In manchen Gebäuden befinden sich Multifunktionsräume, die für diverse Zwecke angemietet werden können. Diese fungieren als Fluent Spaces und dienen am Vormittag beispielsweise als Ausrichtungsort für Babykurse und Krabbelgruppen, während sie am Nachmittag zum Seniorenkaffee einladen, und in denen abends Yogastunden oder Vorträge zu unterschiedlichen Themen für verschiedene Zielgruppen stattfinden. Im Stadtquartier selbst kann man sich mühelos zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen.

 

 

In eigener Sache:

Wir erarbeiten gerne mit Ihnen gemeinsam Szenarien über die Zukunft, um für Ihr Unternehmen einen erfolgreichen Weg dahin zu zeichnen. Weitere Informationen über unsere Methode Picture of the Future finden Sie hier.