Cybersecurity – Wie realistisch ist maximale Sicherheit?

Wie schützen Sie Ihr Smartphone? Nutzen Sie die klassische PIN oder haben Sie sich ein kreatives Wischmuster ausgedacht? Erkennt Sie Ihr Smartphone bereits per Fingerabdruck? Vielleicht gehören Sie auch zu den 9 Prozent der Nutzer, die laut aktueller Bitkom-Befragung kein Passwort verwenden. Egal welcher Lösung Sie heute Ihr Vertrauen schenken, zukünftig wird es eine Vielzahl von neuen Verfahren geben, die dem Nutzer nur eins versprechen – maximale Sicherheit.

Sicherheit als hochdynamischer Prozess

Im Bewusstsein, dass es absolute Sicherheit niemals geben wird, stellen sich Forscher der Herausforderung ein Höchstmaß an Sicherheit zu erlangen. Wohlwissend um die Grenzen der Machbarkeit. Denn aus dem statischen Zustand der Sicherheit ist ein hochdynamischer Prozess geworden. Für Forscher und Entwickler gilt es immer raffiniertere Schutzmechanismen zu entwickeln.

Identitätsprothesen per 3D-Drucker

Neben den Hackern beweisen auch Künstler in jüngster Vergangenheit, dass die gängigen biometrischen Identifikationsverfahren wie beispielsweise der Finderabdruck oder die Gesichtserkennung als leichter zu knacken sind als angenommen.

Der Industriedesigner Mian Wei hat das Identity Kit entwickelt. Mit dem aus leitfähigem Silikon hergestellten künstlichen Fingerabdruck können fremde Fingerabdrücke einfach kopiert werden. Noch einen Schritt weiter geht der Künstler Leonardo Selvaggio. Eine Gesichtsmaske aus Kunstharz ist in der Lage gängige Authentifizierungssoftware zu überlisten.

Wei und Selvaggio sind nicht die Einzigen, die weltweit an der Herstellung von Identitätsprothesen arbeiten. Was heute noch ein Nischenprodukt ist, könnte durch den Einsatz von Online-Konfigurator und 3D-Druckern schneller den Sprung in den Massenmarkt schaffen als angenommen.
Ein Blick in die Forschungslabore verrät, wie die kommende Generation von biometrischen Identifikationsverfahren aussehen könnte, um dem Versprechen maximaler Sicherheit gerecht zu werden.

Das Schädelecho als Passwort

Ein Team aus Forschern der Universität Stuttgart, der Universität des Saarlandes und des Max-Planck-Instituts für Informatik hat die Technik „SkullConduct“ entwickelt, die den Nutzer einer Brille anhand des Echos identifiziert, das durch den Schädel wandert. Das in die Brille integrierte Mikrofon analysiert den Frequenzgang des Tones, der bei jedem Menschen hochindividuell ist.

Der Venenscanner im Uhrenarmband

Biowatch“ ist ein in der Schweiz entwickelter Venenscanner, der im Armband von Uhren Platz findet und es dem Träger erlaubt, seine Identität auf bequeme Weise nachzuweisen. Durch das Drücken eines Knopfes wird die zuvor eingespeicherte Venenstruktur mit einer aktuellen Messung verglichen und die Person auf diese Weise identifiziert.

Identifizierung anhand von Gehirnwellen

Forscher der Binghamton University haben eine Technologie entwickelt, die Menschen anhand ihrer Gehirnwellen erkennt. Sie funktioniert mittels eines ERP-Signals, das die Identität eines Menschen eindeutig feststellt. Das ERP-Signal wird durch einen bestimmten Stimulus, dem das Gehirn ausgesetzt ist, produziert und unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Der Quantensprung in Sicherheitsfragen

Gebannt schauen Forscher auf die Fortschritte im Bereich des Quantencomputing. Informationen durch die Gesetze der Quantenphysik zu schützen, ist ein zentrales Versprechen der Quantenkryptografie. Neben der Rüstungsindustrie und den Geheimdiensten nähern Start-ups und Großkonzerne, wie Google und Amazon, sich dieser Technologie. Sie alle wissen um die zukünftige Relevanz des Themas Sicherheit. Sie alle erkennen das Potential zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder durch innovative Technologien.