DIY Analytics – Gesundheitsvorsorge für zu Hause

Health Gesundheitsvorsorge zu Hause

 

Das Do-it-yourself-Prinzip überträgt sich auf den Gesundheitsbereich.

 

Laut Statista geht rund die Hälfte aller Deutschen ab 14 Jahren regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Jeder siebte allerdings nie. Neue Technologien ermöglichen uns nun die selbstständige Diagnose, Behandlung und Kontrolle von gesundheitlichen Beschwerden. Die dafür notwendigen Diagnosegeräte werden immer kleiner.

Die Möglichkeit, eigenständig Untersuchungen durchzuführen, ist vor allem für Menschen in ruralen Gegenden oder mit eingeschränkter Mobilität von großer Bedeutung. Doch man muss nicht im Outback leben, damit der Einsatz von DIY-Diagnosegeräten Sinn ergibt. Auch für notorische Aufschieber, bei denen die Terminvereinbarung zur Vorsorgeuntersuchung ein ständiges To-Do auf der Liste ist, können die neue Analysegeräte die Hürden senken. Dabei ist klar: Der Selbsttest ergänzt den Besuch bei Arzt und Ärztin und ersetzt ihn nicht.Diese drei Innovationen zeigen das große Potential kleiner, mobiler Diagnosegeräte:

 

iSonohealth erkennt Veränderungen in der Brust

Noch im Entwicklungsstadium befindet sich der 3D-Ultraschallscanner iSonohealth, der an ein BH-ähnliches Wearable angeschlossen wird und der Nutzerin eine schnelle, unkomplizierte Brustkrebsvorsorge ermöglicht. Die patentierte 3D-Ultraschalltechnologie wird hierbei mit einem Machine-Learning-Algorithmus kombiniert und erkennt kleine Veränderungen in der Brust, ohne dass sich die Nutzerin schädlicher Strahlung aussetzen muss. Dabei reicht es, das Gerät einmal im Monat einzusetzen. Nach jeweils zwei bis drei Minuten ist der Scan und damit auch das Check-up abgeschlossen.

 

Toothscan identifiziert Zahnprobleme mittels Spektroskopie

Das englische Start-up Tesla Studios hat den intelligenten Zahnscanner „Toothscan“ entwickelt, mit dem Nutzer ihre Zähne täglich zu Hause untersuchen können. Das Gerät ist nicht größer als eine normale Zahnbürste und passt somit in jede Reisetasche. Nutzer verbinden den Zahnscanner per Bluetooth mit der dazugehörigen App und können ein elektronisches Tagebuch führen. Mit der Spektroskopiemethode erkennt der Scanner veränderte Wellenlängen. Wird eine Veränderung angezeigt, die nicht der Norm entspricht, bestehen womöglich Zahnprobleme, die einen Zahnarztbesuch erforderlich machen.

 

Minisensor im Ohr warnt vor epileptischen Anfällen

Nicht nur Geräte für regelmäßige Check-Ups, sondern auch kontinuierliche Monitoring-Werkzeuge können den alltäglichen Umgang mit Krankheiten verbessern. Mit dem tragbaren Sensor „EPItect“, der von Forschern des Universitätsklinikums Bonn entwickelt wurde, können erste Anzeichen von bevorstehenden epileptischen Anfällen erkannt und gemessen werden. Der Sensor wird wie ein Hörgerät getragen und übermittelt bei ersten Anzeichen, die auf einen epileptischen Anfall hindeuten – etwa bei bestimmten Bewegungsmustern und höherem Puls –, per Smartphone sowohl an die Patienten als auch an Verwandte und Ärzte einen Warnruf. Durch die Überwachung dieser Symptome können gegebenenfalls Muster erkannt und schlimmere Unfälle verhindert werden. Das Projekt „EPItect“ wird vom Bundesforschungsministerium (BMBF) in den nächsten drei Jahren mit rund zwei Millionen Euro gefördert.

 

In eigener Sache:

Über das Thema DIY-Analytics sprechen wir unter anderem auch bei unserem Future Health Think Tank am 9. Juli 2016 in Hamburg. Referenten sind unter anderem HealthCare Futurist-CEO Dr. Tobias Gantner und Prof. Dr. Ulrich Hegerl von der Universität Leipzig.