Agriculture Innovation – Aquaponics und Indoor Farming

 

Innovationen in der Landwirtschaft

Bereits in unserem aktuellen Trendbook haben wir über das Themengebiet Agriculture Innovation geschrieben.

Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 über neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Entsprechend wird der Bedarf nach Lebensmitteln und Fleisch wachsen. Es wird in näherer und fernerer Zukunft verstärkt darum gehen, wie man Landwirtschaft effektiver, nachhaltiger und ressourcenschonender gestalten kann.

 

Ein Lösungsansatz: Indoor-Farming 

Ein Grund für die positiven Zukunftsaussichten für Indoor-Farming-Lösungen ist neben dem Wachstum der Weltbevölkerung auch der Klimawandel. Indoor-Farmen sind unabhängig von Wettereinflüssen und stellen ein konstantes Klima für die Pflanzen zur Verfügung. So werden Ernteausfälle verhindert und es kann saisonunabhängig angebaut werden. Außerdem können Indoor-Farmen Nahrungsmittel dort produzieren, wo sie gebraucht werden: in den Städten. Durch eine vertikale Anordnung der Pflanzregale können auf kleinem Raum große Flächen bewirtschaftet werden. Lange Transportwege und Kühlung entfallen somit. Ein Beispiel für ein urbanes Indoor-Farming-Start-up ist Infarm, das in Berlin ein Urban-Farming-Labor betreibt.

 

 

Aquaponics: Indoor Farming mit Lebensmitteln und Fisch

Aquaponische Verfahren kombinieren Fisch- und Gemüseproduktion. Das verbindende Element ist das Wasser – die Nutzpflanzen werden in einer Hydrokultur kultiviert. Durch eine Umwandlung der Fischausscheidungen in Nitrat, der den Pflanzen als Dünger dient, und die Nutzung von Pflanzenresten als Fischfutter entsteht ein Nährstoffkreislauf. So werden auf relativ geringem Raum ressourcenschonend – wenn man vom Wärmebedarf von Aquaponic-Anlagen absieht – viele Nahrungsmittel produziert.

In Berlin Schöneberg wird durch EFC Farmsystems eine Aquaponic-Farm betrieben (die auch besichtigt werden kann). Dort werden neben Afrikanischen Buntbarschen gleichzeitig Gemüse wie Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen gezüchtet. Das Dach der Anlage ist zugleich Regenauffangfläche und liefert das wichtigste Element des Aquaponic-Systems: das Wasser. Dieses wird aufbereitet und steht dann den Fischen zur Verfügung, von denen pro Jahr 30 Tonnen gezüchtet werden sollen. In dem mit Ammonium angereicherten Wasser wird durch spezielle Bakterien Nitrat produziert und versorgt die Pflanze mit diesem Düngstoff.

 

 

Ein idealer Standort für eine Aquaponic-Dachfarm sind laut den Gründern Parkhäuser, da diese auf der einen Seite bereits über die nötige Statik verfügen und andererseits gut angebunden sind, um die lokale Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Auch das Berliner Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei hat ein Aquaponicsystem entwickelt und setzt es unter dem Namen INAPRO gerade auch um.

 

Weitere Innovationsbeispiele aus dem Bereich Agriculture Innovation finden Sie hier:

 

Diese und viele andere Micro-Trends finden Sie wie immer auch in unserem Trendexplorer.