Podcasts – Innovationen für mehr Reichweite

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Podcasts, das sind Audioblogs mit kuratierten Nachrichten, Wissens- oder Unterhaltungsinhalten, nehmen nach 11-jährigem Bestehen auch in Deutschland langsam an Fahrt auf. Laut der Onlinestudie von ARD und ZDF hören 13 Prozent der deutschen Onlinenutzer zumindest selten Audio-Podcasts. In den USA sind Podcasts durch frühe professionelle Angebote von Radiostationen wie NPR bereits im Mainstream angekommen. Nun sollen Veränderungen im Format und die Integration in soziale Netzwerke helfen, Podcasts noch besser in den alltäglichen digitalen Medienkonsums zu integrieren.

 

Ein Medium sucht seinen Platz

Der Podcast ist mit der ersten digitalen Welle von mobilen Abspielgeräten groß geworden. Doch während Text-, Foto- und Videoinhalte mit der Entwicklung des „Web 2.0“ in soziale Plattformen wie Facebook und Twitter wanderten, blieben Podcasts isoliert in der App und weitgehend unsichtbar in der neuen digitalen Mediennutzung. Die reine Audiospur in Form von Podcasts hat sich in sozialen Netzwerken nie etabliert. Das liegt zum Einen daran, dass unsere Computernutzung auf den Sehsinn ausgerichtet ist. Wie sehr, das sieht man an den Untertiteln der vielen kurzen Newsvideos auf Facebook. Der andere Grund ist die Länge der Podcasts. Snack-Size-Media ist hier das Stichwort. Inhalte, die länger als 3 Minuten sind, funktionieren im hochdynamischen Twitterfeed nicht und sind für ganz andere Nutzungssituationen gedacht.

So konkurriert der Podcast zwar mit dem Radio in dem Sinn, dass beide auditive Inhalte transportieren. Sie unterscheiden sich aber in einem wichtigen Punkt. Radio ist ein lineares Nebenbeimedium, das in Auto und Büro nebenher plätschert. Podcasts sind nicht-linear, also on-demand. Ich investiere Zeit für Suche, ich wähle gezielt und entscheide mich in Situationen aktiv dafür, Podcasts wie z.B. Serial zu hören, wieder abzuschalten, weiterzuhören. Hier konkurrieren Podcasts mit Hörbüchern oder mit gezieltem Musikhören. Sie werden z.B. vor dem Schlafen gehen, in der U-Bahn oder beim Geschirr spülen rezipiert.

 

Wege zu mehr Reichweite

Um auch in Deutschland aus der Nische zu kommen und neue Zielgruppen zu erschließen, muss der Podcast langfristig aus der eigenen App und rein in andere Plattformen. Die Musik-Streaming-Plattformen Spotify oder SoundCloud würden sich hier anbieten.

 

Hier stellen wir Ihnen vier Innovationen vor, die Podcasts zu mehr Reichweite verhelfen könnten:

PODCASTS WERDEN SOZIAL

Die Smartphone-Anwendung „Remarks“ bietet Nutzern die Möglichkeit, Podcasts zu kommentieren und so eine zweite Erzählebene rund um das Medium zu etablieren. In der App können Nutzer ihre Lieblingspodcasts importieren und haben dann die Möglichkeit, unter einer Folge ihre Kommentare zu hinterlassen. Die Kommentare können an einer konkreten Stelle innerhalb des Podcasts hinterlegt und vom Nutzer um GIFs oder Fotos ergänzt werden.

 

PODCASTS LIVE AUF TWITTER SENDEN

Mit der App „ZCast“ können Nutzer Podcasts aufnehmen und live auf Twitter senden. Das Videostreamingprinzip, wie es etwa von Periscope bekannt ist, wird damit auf Audioaufnahmen übertragen. Dafür formuliert der Nutzer zunächst das Thema seines Podcasts. Anschließend kann er seine Follower einladen und mit der Sendung beginnen. Die Follower können währenddessen Kommentare posten und so den Gang der Sendung beeinflussen.

 

PODCASTS WERDEN SNACK-SIZE

„Anchor“ ist eine mobile Anwendung und ein soziales Netzwerk für zweiminütige Sprachnachrichten, die per Knopfdruck als Podcast aufgenommen und veröffentlicht werden können. Nutzer können einander abonnieren, die Beiträge kommentieren und an Diskussionen teilnehmen. Des Weiteren finden von Zeit zu Zeit Interviews mit bedeutenden, bekannten Persönlichkeiten statt, an die die Follower ihre eigenen Fragen richten können.

 

PODCAST-MONETARISIERUNG

Acast ist ein Start-up mit Sitz in Stockholm, das über seine gleichnamige Anwendung für iOS und Android kuratierte Podcasts bereitstellt und deren Urhebern die Möglichkeit gibt, ihre Inhalte mit Hilfe dynamischer Werbung zu monetarisieren. Jede Erzählung wird mit Bildern, Links und Videos versehen, die von den Urhebern selbst ausgewählt und in die gesponserten Inhalte nahtlos eingebettet werden können. Dabei kann es sich um Videos und Bilder, aber auch um Audiospots handeln.

 

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