Ist Gestensteuerung intuitiv?

Unser aktuelles Fokusthema Natural User Interfaces dreht sich um die Schnittstellen zwischen Menschen und Technik, die immer intuitiver werden. Der Nutzer kann direkt und ohne Eingabegeräte mittels Berührung, Sprache oder Gesten mit Computeroberflächen kommunizieren.

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Spätestens mit dem iPhone ist auch die Sprachsteuerung im Konsumentenbereich angekommen – die Steuerung per Gesten noch nicht ganz.

Eine aktuelle Studie der Bitkom kommt zu dem Ergebnis, dass 30 Prozent der deutschen TV-Nutzer ihren Fernseher gerne per Sprachsteuerung bedienen würde, lediglich 18 Prozent sprechen sich für eine Gestensteuerung aus.

Aber warum?

Zweidimensionale Gesten wie wischen oder zoomen werden bei Smartphones und Tablets intuitiv angewendet, daher verstehen schon Kleinkinder diese Funktionsweise.

Auch ältere Menschen, die nicht mit herkömmlichen PCs umgehen konnten, sind mühelos in der Lage, ein Tablet zu bedienen – weil man nicht mehr mittels Maus und Tastatur „um die Ecke“ denken muss sondern direkt mit dem Gerät interagieren kann.

Im dreidimensionalen Raum verhält es sich in Punkto Gestensteuerung allerdings schwieriger. Vor allem kleinteilige Gesten sind schwierig zu vereinheitlichen. Eine universelle Gestensprache gibt es in diesem Sinne nämlich nicht. Um die Steuerung per Handbewegungen trotzdem zu ermöglichen, versuchen Interaktionsdesigner und Forscher aus dem Bereich Human Computer Interaction (HCI), dieses Problem zu lösen, indem sie spontane Gesten von Versuchspersonen erfassen. Auf dieser Grundlage wird ein Set oder Vokabular an Steuergesten für Anwendungen entwickelt.

Der Aufwand für das Usability-Testing steigt vor und nach der Entwicklung also erheblich, wenn eine Gestensteuerung involviert ist.

In der professionellen Fertigung ist dieser Aufwand sicherlich lohnenswert – dort kann die Steuerung von Prozessen mit einfachen Handbewegungen zukünftig nämlich immer interessanter werden. Audi beispielsweise testet gerade eine Gestensteuerung bei der Montage ihrer Fahrzeuge mit dem Armband Myo.

Auch die Software Dranimate, eine Zusammenarbeit von Leap Motion und der Carnegie Mellon University, wird in einem professionellen Kontext verwendet: Nutzer können durch sie Animationen per Handbewegung erstellen.

Diese und weitere Cases und Innovationsbeispiele zum Thema Gestensteuerung finden Sie hier:

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