TRENDONE Tech-Rückblick 2015 – Teil 1

In der Technologie fallen in letzter Zeit vermehrt Bemühungen auf, aus der Science Fiction wohlbekannte Konzepte zu realisieren. Gleichzeitig erfahren auch unerwartete Shooting Stars Revolutionen. Wir wollen einen kurzen Überblick geben, was uns in der ersten Jahreshälfte 2015 besonders beeindruckt hat.

Teil 2 folgt im Dezember!

Künstliche Intelligenz & Robotik

KI und Robotik sind in Hinblick auf selbstständig handelnde Roboter nicht mehr zu trennen. Roboter arbeiten wie Automaten, jeder Input ergibt einen Output, und jeder Output wird genau nach Anweisung ausgeführt. Die Anweisung jedoch händisch einzuprogrammieren erfordert nicht nur Zeit, sondern macht Roboter auch anfällig für Bugs und Unaufmerksamkeiten der Programmierer, weshalb Schnittstellen für das selbstständige Erzeugen dieser Anweisungen enormes Potenzial zeigen.
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Das Robot Learning Lab der Cornell University beispielsweise schaffte es, einem Roboter über eine 3D-Kamera zu ermöglichen, verschiedene Kaffeemaschinen zu erkennen, ihre Bedienungsanleitungen aus dem Internet zu suchen und sie danach eigenständig zu bedienen. Eine weitere Software von der University of Maryland hat 88 Kochvideos analysiert, und die Handlungen in Programmierbefehle umgesetzt.
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Künstliche Intelligenz ist das automatisierte und teilweise selbstständige Reagieren auf Input anhand spezieller Datenbanken. Deep Learning ist die Technologie der Datenanalyse anhand spezieller Algorithmen, die diese Datenbanken erzeugen können. Roboter bringen beides in der realen Welt zur Anwendung. Wenn diese Datenbanken dynamisch aus dem Internet erzeugt werden können, brauchen Roboter theoretisch nur noch eine Schnittstelle zum Internet, um sich selbstständig alles Mögliche in Echtzeit beizubringen!

Energie
3 Mitsubishi Heavy Industries aus Japan arbeitet an der „Space Solar Power Systems“ (SSPS) Technologie, die in Zukunft dazu genutzt werden soll, Solarenergie von Photovoltaik-Panels im Weltall kabellos an die Erde zu senden. Ein erster Konzepttest hat erfolgreich zehn Kilowatt über 500 Meter gesendet und damit LEDs beleuchtet. Die angepeilte Zielgröße für zukünftige Satellitensysteme sind 36.000 Kilometer über der Erde – allerdings lassen sich auch auf der Erde schon Technologien und Anlagen mit dem SSPS-System ergänzen, so zum Beispiel Windparks oder fahrende Elektroautos.

Architektur
4 Auf absehbare Zeit wird Beton einer der Haupt-Baustoffe unserer Zeit bleiben, allein schon in Hinsicht auf Kosten und Verfügbarkeit. Umso disruptiver ist die Innovation der Delft University of Technology in den Niederlanden – Bakterien sorgen bei Rissen dafür, dass das Material sich selbst heilt. Risse in Beton sind vor allem aufgrund der Wassereinlagerungen gefährlich, die die Strukturen immer weiter schwächen. Kommen die Bakterien, die in wasserlöslichen Kapseln inaktiv eingelagert sind, in Kontakt mit Wasser, produzieren sie unter Aufnahme von Calcium Kalkstein und füllen so selbstständig die entstandenen Risse.

Produktion
5 Der 3D-Druck ist und bleibt auch in der Zukunft ein spannendes Thema – für das Prototyping, Massenpersonalisierung oder sogar die Lebensmittelindustrie. Ebenso divers wie die Anwendungsfelder sind mittlerweile auch die Druckmethoden. Das kalifornische Start-Up Carbon3D beispielsweise präsentiert mit CLIP eine Art 3D-Druck, bei dem flüssiges Filament via UV-Laser gefestigt und aus einem Becken gezogen wird. Dabei sind wesentlich feinere Voxel beim Druck möglich, als mit aktuell gängigen Methoden. Denkbar sind vergleichbare Methoden auch zum Recycling von Materialmischungen mit verschiedenen Schmelztemperaturen.

User Interface
6 Zu guter Letzt gab es eine wegweisende Entwicklung im UX-Bereich zur Interaktion mit virtuellen Inhalten. Forscher an der University of Tsukuba in Japan zeigen in ihrem Projekt „Fairy Lights“ auf, dass es möglich ist, Lichtpunkte nicht nur in die Luft zu projizieren, sondern sie auch fühlbar zu machen. Hierbei nutzen sie kürzer pulsierende Laser (Femtosekundenlaser statt Nanosekundenlaser), damit bei Berührungen keine Verbrennungen entstehen. Sofern menschliche Haut mit dem Laser in Kontakt kommt, wird eine spürbare Druckwelle ausgelöst, die wiederum vom Projektionssystem aufgenommen werden kann, sodass echte Interaktion mit dem Nutzer entsteht.