Blick nach Afrika: Kontinent der Kontraste

Die Diversität des Afrikanischen Kontinents wird bereits auf Satellitenbildern deutlich: während 30 Prozent der Landfläche als Wüste klassifiziert ist, wachsen teilweise wenige Breitengrade davon entfernt üppige Regenwälder. Hinsichtlich des Industrialisierungsgrades reicht die Spannweite von der Entwicklungsländern bis zu Industrienationen, und mehrere Kultur- und Religionskreise prägen verschiedene Länder auf dem Kontinent.

Dementsprechend divers fallen unsere Trend-Findings aus. Die Innovationspeaks befinden sich in Gebieten mit gesicherter und leicht zugänglicher Infrastruktur am Nord- und Südende des Kontinents, allen voran Ägypten bzw. die arabische Welt sowie das europäisch geprägte Südafrika.

Infrastruktur schaffende Innovationen für infrastrukturschwache Gebiete kommen aufgrund mangelnder Investitionen und Ressourcen in diesen Gebieten eher aus den großen Industrienationen – wie beispielsweise der BRCK, ein Allround-Internet Block erdacht in Nairobi, aber gefertigt in den USA. Dementsprechend erfolgreich sind Ideen, die ohne viel Infrastruktur funktionieren – allen voran Services basierend auf mobiler Kommunikation wie M-Pesa aus Kenia. Dank billigen Smartphones [Quelle Handelsblatt] nutzen Afrikaner im Durchschnitt auch mehr und mehr Social Media.

Interessant ist hierbei, dass Mobile in Afrika auch dort erfolgreich ist, wo ein Großteil der Menschen das Internet zum ersten Mal mobil nutzt. Dieses Leapfrogging – das Überspringen chronologischer Technologieschritte – geschieht zum Teil mithilfe von Investitionen großer Internetfirmen in neue Märkte, und ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen der heutigen Entwicklungsländer.

Primär für uns interessant und auch direkt aus Afrika sind sehr kreative Werbe- und Social Media Kampagnen. Zum einen geprägt von einem ganz eigenen Charme und Humor, zum anderen als Zeichen der kulturellen Integration moderner Technologien.

In einer kreativen Kampagne der Südafrikanischen Fluggesellschaft Kulala beispielsweise fuhren Menschen in Badewannen und Betten durch den Flughafen, wobei sie mobile Endgeräte wie Handys oder Laptops nutzten. Die Werbebotschaft „skip the line, book from anywhere“ wurde nicht nur effektiv herübergebracht, die teilfreudigen Zuschauer sorgten ebenfalls für zahlreiche Fotos in sozialen Medien, ohne dafür soziale Payments anbieten zu müssen.

Vom anderen Ende des Kontinents, Ägypten, kommt die Meldung über einen Social Media Trend, bei dem zum Muttertag die Namen der Mütter als Avatare in Profilen Verwendung fanden. Grund dafür sind Stigmata bezüglich der Erwähnung des Namens der Mutter in Ägypten, da dieser Spott oder Beleidigung nach sich ziehen könnte. Dieser Brauch fußt auf nicht mehr aktuellen Gegebenheiten und wurde mit dem Trend effektiv aufgerüttelt.

Zu behaupten, Afrika wäre ein Vorzeigeland für Cutting-Edge Technologien ist bislang noch schlichtweg falsch. Die Startup-Szene etabliert sich langsam aber stetig mit steigenden Lebensstandards und Zugriff auf Informationen und Bildung via Internet. Bislang habt das Silicon Valley deutlichen Vorsprung vor der Silicon Savannah, aber gerade angesichts des explosiven Bevölkerungswachstums und der monetären Chancen für den gesamten Kontinent können wir mit rapidem Wachstum rechnen.