Must Reads: Trends in Fashion

„Fashion is dead“ proklamierte die Grande Dame der Modetrendforschung Li Edelkoort unlängst. Sie kritisierte Kernbereiche der Mode; die unzureichende Ausbildung von Designern , den visionslosen Umgang mit Stoffen. Sie stellte fest, dass sich Mode mehr und mehr von der Gesellschaft entfernt und eine Art einsame Insel bildet. Aggressives Marketing und Geiz statt Innovation würden die Kreativität der Branche zunehmend in die Knie zwingen.

Nun, wir beschäftigen uns nicht mit Design, Stoffen und Mustern. Wir beschäftigen uns mit der Vermarktung, der Promotion, dem Point of Sale. Unser Fazit: Die Mode-Industrie ist diesbezüglich eine der innovationsfreudigsten Branchen. Bereits 2012, als Google Glass noch nicht wieder auf Standby gestellt wurde, zierte die Datenbrille Models auf dem Laufsteg einer Diane von Furstenberg Show.

Unsere Top-Trends:

1) WEARABLE TECH FASHION x PERSONAL DESIGN
Wearable-Tech-Innovationen finden langsam ihren Weg zum Kundengeschmack und bieten Personalisierungsmöglichkeiten wie das Start-up iShuu Technologies aus Litauen zeigt. Dort wurde der „Volvorii Smart Shoe“ entwickelt, dessen Aussehen die Trägerin teilweise verändern kann. Der Schuh ist mit einem flexiblen E-Ink-Display ausgestattet, das über eine passende App seine Farbe ändert. Schuh und Smartphone kommunizieren über Bluetooth Low Energy miteinander. Der Preis soll 249 US-Dollar betragen.

2) SOCIAL COMMERCE x BRAND AMBASSADORS
Die Modebranche profitiert enorm von bildbasierten Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Snapchat. Hier ist ein Mikrokosmos aus Modelabels, PR-Agenturen und Bloggern entstanden, der die Einbeziehung der User und die Nutzung von Multiplikatoren perfektioniert hat. Marc Jacobs hat zum Beispiel bereits zum zweiten Mal ein Casting für eine Kampagne auf Instagram durchgeführt. Mit dem Hashtag #castmemarc konnten interessierte Teilnehmer aus aller Welt ihre Fotos hochladen und einen direkten Kontakt zu der Marke aufbauen.

3) STORYTELLING x CONTENT MARKETING
braendaeritDer schwedische Sportbekleidungshersteller Björn Borg nutzte für die Lancierung seiner Frühjahr-Sommer-Kollektion 2015 ein von Isbit Games entwickeltes Shooter-Game, das die Spieler Produkte direkt einkaufen lässt. Das Spiel „First Person Lover“ versetzt den Helden, der mit den selbst gewählten Kleidungsstücken aus der Kollektion ausgestattet ist, in eine Science-Fiction-Welt.

4) POS-EXPERIENCES
braendaeritAuch hier sind Modemarken Vorreiter in der Schaffung von Erlebniswelten und in der Inszenierung ihrer Produkte. Der Anbieter von Outdoorbekleidung Merrell hat während des diesjährigen Sundance Film Festivals für ein Virtual-Reality-Erlebnis gesorgt. Besucher bekamen vor Ort die VR-Brille Oculus Rift aufgesetzt und wurden auf eine virtuelle Wander- und Klettertour durch die Gebirgskette der Dolomiten geschickt. Damit sich das virtuelle „TrailScape“-Erlebnis auch wirklich echt anfühlte, konnten sich die Teilnehmer an echten Seilen festhalten, wenn sie eine Brücke überquerten, und bekamen Luft ins Gesicht geweht, um den Bergwind hautnah zu spüren.