Trend Ausblick anhand der CES 2015 (1/3)

Unsere Macro-Trends sind der Versuch, aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft möglichst trennscharf und umfassend zu beschreiben. Vergangene Ereignisse und Neuentwicklungen weisen generell den Weg in die Gegenwart und absehbare Zukunft – die beste Gelegenheit unser System auf die Probe zu stellen, ergibt sich auf Veranstaltungen, auf denen Großunternehmer ihre Cutting-Edge Entwicklungen und Visionen vorstellen.

Solch eine Großveranstaltung ist die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas – die weltweit größte Konsumentenelektronikmesse, öffnete ihre Pforten Anfang Januar. Dieses Jahr waren es rund 3.500 Aussteller, die ihre Produkte und Innovationen vorstellten. Im Fokus standen dieses Jahr das Internet of Things, Wearables, Smart Home Applikationen, Connected Cars, autonome Autos, Smartwatches, TV Betriebssysteme und andere Innovationen.

Wir zeigen Ihnen in einer dreiteiligen Blogserie die drei Themenfelder auf, die dieses Jahr Realität werden und/oder an Fahrt aufnehmen. Heute dreht sich alles um den Bereich

AUTOMOTIVE

Der heilige Gral der Automotive-Forschung sind derzeit selbstfahrende Autos, wie sie beispielsweise von Mercedes zur CES vorgestellt werden – das Auto als autonomer Raum, der auf der Fahrt von A nach B wahlweise zum Büro oder Entertainment-Bereich wird.

Den Weg dorthin ebnet das „Connected Car“ – das Auto wird sich mit Hilfe von Smart Sensors und Ambient Intelligence nicht nur seiner Umgebung bewusst, sondern gleichzeitig zu einem weiteren vernetzten Computer in unserem Leben. Dank einer LTE-Verbindung kann im Auto auf mobiles Highspeed Internet zugegriffen werden, was laut CNET zu Entertainment- und Sicherheits- sowie Self-Tracking und Optimierungszwecken genutzt werden wird.

Per Car2Car Applikationen kommunizieren Autos untereinander für eine verbesserte Fahrsicherheit. Eine Verbindung zum Heim-Thermostat Nest, die der Smart-Driving Pionier „Automatic“ auf der CES präsentiert, ermöglicht weiterhin die Steuerung des Smart Homes vom Auto aus – und umgekehrt. Damit lässt sich jetzt schon die angestrebte Integration des Autos in Smart Home und Smart City Umgebungen auf lange Sicht vorhersagen.

Industriegrößen aus dem Home Computing erschließen ebenfalls den Automotive-Markt für sich – so stellt nVidia leistungsstarke Grafikchips auf der Messe vor, geeignet für hochauflösende Multiscreen-Systeme, digitale Cockpits und Augmented Reality-Anzeigen auf der Windschutzscheibe.

Komplett selbstfahrende Autos stecken bisher noch in den Kinderschuhen – die initiale Idee kam 2011 von Google und wurde von namhaften Branchengrößen übernommen und fortgeführt. Audi zeigt auf der CES 2015 seinen Prototypen namens „Jack“, der mithilfe von 20 Sensoren auf Highways mit bis zu 110km/h selbstständig fahren kann. Dabei übernimmt „Jack“ selbständig Überholvorgänge sowie die Geschwindigkeitsregelung. Vor dicht besiedelten Gebieten wird eine Warnung ausgegeben, sodass der menschliche Fahrer wieder übernimmt.

Dass Autos immer mehr zu vernetzten Computern werden, zeigt BMW am i3 mit Remote Parking. Nach dem Aussteigen auf dem Parkplatz wird über beispielsweise eine Smartwatch (in diesem Falle eine Samsung Gear) der Befehl zum Parken an das Auto gegeben, welches daraufhin mit 5-6 km/h über den Parkplatz fährt und eigenständig eine passende Parklücke sucht. Dabei wird via Laserscanner und Kameras die Parklücke vermessen und so verhindert, dass es zu Zusammenstößen kommt – Auf ähnliche Weise kann der Fahrer das Auto per Smartwatch wieder zu sich rufen.

Der Stein ist also ins Rollen gebracht und nicht mehr aufzuhalten – in Zeiten der Digital Downtime und des Life Recharging, gerade in Hinsicht auf unsere Work-Life Balance werden Fahrassistenzen und später selbstfahrende Autos immer attraktiver für Hersteller. Bis zum Verkaufsstart gilt es allerdings in den meisten Ländern noch einige gesetzliche Fragen zu klären – Einen Einblick in die aktuelle Gesetzeslage bietet beispielsweise dieser Artikel vom PCMag.