Einkaufen in Zukunft

Für uns bei TRENDONE sind Micro-Trends besonders interessant, wenn sie neben qualitativen Eigenschaften bestehende Strukturen in unserem Alltag aktiv brechen und über das Potential verfügen, unterschiedlichste Lebensbereiche zu revolutionieren. Heute berichtet Jan Göllnitz über einen Micro-Trend, der ihn dieses Jahr beeindruckt hat.

Ein besonders interessantes Beispiel für einen disruptiven Micro-Trend stellt der aktuelle Modellversuch von Sainsbury’s dar – Die Lebensmittel-Kette schickt sich an, das Anstehen an der Kasse komplett abzuschaffen. In ihrer Vision kann der Kunde das Geschäft betreten, wird von der Sainsbury-App zu seinen Waren geführt, bezahlt sie bargeldlos direkt am Regal und verlässt die Filiale auf direktem Wege wieder.

Das System kombiniert mehrere innovative Techniken, mit denen in letzter Zeit viel experimentiert wird: darunter selbstlernende Systeme, semantische Analysen, Indoor-Positioning-Systeme und Barcode-Scanner.

Zuerst werden vom Nutzer der Sainsbury-App Einkaufslisten mithilfe eines selbstlernenden Systems und semantischer Intelligenz erstellt. Mit der Zeit übernimmt die Sainsbury-App diese Aufgabe für den Kunden.

Anhand der Einkaufsliste wird der Kunde in der entsprechenden Sainsbury Filialle mithilfe eines Indoor-Positioning-System (IPS) auf der kürzesten Route, die an allen Waren der Einkaufsliste vorbeiführt, durch den Laden geleitet. Hat sich der Kunde für eine Ware entschieden – beispielsweise für eine billigere Marke als vom Einkaufszettel vorgeschlagen – scannt er den Strichcode mit dem Handy. Die Zahlung der Ware wird dann über eine Vielzahl mobiler Bezahlmöglichkeiten (u.a. Zapp, PayPal) direkt an Ort und Stelle von der App erledigt.

Dieses System bietet viele offensichtliche Vorteile (keine Schlangenbildung, kein Bargeld in der Filiale). Ein Kunde kommentiert ebenfalls, dass es ihn dazu geführt hat, fast nie mehr ohne eine eigene Tragetasche einkaufen zu gehen, da so der Einkauf direkt am Regal eingepackt werden kann – was den Plastiktütenverbrauch extrem reduziert hat.

Solche Systeme sind für alle Händler mit strichcodierten Waren relativ leicht umzusetzen, sparen Personalkosten und Wartezeiten für Kunden. Allerdings ergeben sich hieraus neue Fragestellungen für entsprechende Systeme, wie beispielsweise die Verhinderung von Ladendiebstahl.

Diesen Micro-Trend können Sie kostenlos im Trendexplorer nachlesen.