Marketeers, bleibt kreativ!

Neben den großen Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter haben kleine, spezialisierte Plattformen an Bedeutung gewonnen. Apps wie die Foto- und Video-Sharing Community Instagram oder der durch seine Simplizität bestechende Dating-Service Tinder beschränken die Handlungsmöglichkeiten ihrer Nutzer ganz bewusst auf den wesentlichen Kern der Anwendung.

Wie Marketeers trotzdem clevere Kampagnen über diese nutzungsstarken Kanäle spielen können, verrät Felix Tegeler im Kurzinterview.

– Tinder ist mit ungefähr 10 Millionen täglich aktiven Nutzern weltweit ein aufstrebendes Social Network, dabei aber in seinem Umfang strikt auf das Kennenlernen neuer Bekanntschaften beschränkt. Wie können Marken hier agieren?

Die Möglichkeiten erscheinen nur zunächst reduziert. Zwar geht aus den Nutzungsbedingungen hervor, dass sich nur natürliche Personen registrieren dürfen. Durch verschiedene Marketing-Aktionen kann man auf Tinder jedoch auch ganz andere Profile finden als die Singles, etwa adoptierbare Hunde, Jobinserate einer Kreativagentur. Andere Profile erwecken zunächst den Eindruck, reale Personen zu sein. Erst bei der Kontaktaufnahme entpuppen diese sich dann beispielsweise als Aufmerksamkeitskampagne zum Männergesundheitstag oder für die Frauenrechtsbewegung. Siehe Matches for Men´s Health

– Instagram ist inzwischen nicht nur fester Bestandteil der PR-Strategie von Celebrities, sondern auch vieler großer Marken. Wie passt die Facebook-eigene Anwendung hier ins Bild?

Auch wenn Instagram allein schon mit seiner stark Bild-fokussierten Vermittlung von Markenbotschaften ein gutes Kommunikationstool darstellt, ergeben sich auch hier neue Möglichkeiten durch die kreative Entfremdung der eigentlich vorgesehen Nutzung. IKEA legte etwa für beworbene Artikel jeweils eigene Accounts an. Adidas lud seine polnischen Follower ein, täglich über verschiedene Profile verstreute Lösungswortbestandteile in der richtigen Reihenfolge zu liken, um einen Gewinn zu ergattern.

– Wie stehen denn die Betreiber der Sozialen Netzwerke zu dieser Nutzungsauslegung?

Offenkundig scheinen sie nichts gegen diese milden Verstöße gegen die Nutzungsbeschränkungen einzuwenden. Vermutlich freuen sie sich sogar über die zusätzliche Aufmerksamkeit, die ihnen durch dieses Online-Guerilla-Marketing zuteil wird.