Micro-Trend Highlights 2013 (1/3)

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende – Zeit für einen Rückblick. Wir haben Rouven Hohendorff, einen unserer Trend Analysten, nach seinen drei persönlichen Micro-Trend Highlights befragt.

Rouven, welcher Micro-Trend zählt denn zu deinen persönlichen Highlights 2013?

Echtzeitbilder aus der Vogelperspektive für alle.
Das Start-up Skybox möchte ein Netzwerk aus Mikrosatelliten ins Weltall bringen, um die gesamte Welt von dort aus in hoher Auflösung zu fotografieren und so Unternehmen in Echtzeit Informationen über Aktivitäten auf der Erde anzubieten. Diese sollen mit Hilfe der bislang nicht zugänglichen Informationen ihre Geschäftstätigkeiten schneller und adäquater an aktuelle Entwicklungen anpassen können. Nach Angaben des Start-ups besteht das Ziel ferner darin, das Wissen aus der Vogelperspektive zu demokratisieren, da bislang ein Großteil der für die Kartografie vorgesehenen Satelliten im Weltall von staatlichen Institutionen kontrolliert wird.”

Warum hast du dir diesen Micro-Trend ausgewählt?

“Für mich eine unglaubliche Entwicklung, welch hochauflösende Bilder mittlerweile von Satelliten zurück zur Erde kommen. Big Data ist überall das Thema, aber ich glaube für die Daten aus der Vogelperspektive sind bis jetzt nur wenige sensibilisiert.  Man kann sich das als eine Art Google Street View vorstellen, nur dass die Bilder aus dem Weltraum aufgenommen werden – in Echtzeit!! Aus 20000 km Höhe kann man theoretisch die Farbe der Socken erkennen, die die Menschen tragen.  Dabei kommen natürlich auch ethische Bedenken auf. In der Hand von wenigen  kann der Zugang zu solchen exklusiven Daten natürlich missbraucht werden. Doch die Moral liegt bekanntlich nicht im Hammer, sondern in der Hand, die ihn schwingt. Das Startup Skybox demokratisiert den Zugang zu Informationen, die bislang nur Regierungsorganisationen vorbehalten waren. Davon profitieren einerseits Unternehmen, die bessere, datenbasierte Entscheidungen treffen können. Andererseits kann durch den besseren Zugang zu Informationen auch die Gesellschaft als Ganzes profitieren.”

Seinen Ursprung hat der Trend in der Telekommunikations-Branche. Für wen wäre diese Entwicklung deiner Meinung nach mindestens ebenso interessant wie lukrativ?

“Lukrativ? Abwarten, sagen wir mal lieber interessant. Ich glaube, es sind bis jetzt noch rein hypothethische Gedankenspiele. Einzelhändler könnten beispielsweise die Anzahl der parkenden Wagen vor ihren Geschäften tracken um zukünftige Gewinne und Verluste vorherzusagen. Ein Anstieg des Schiffsverkerhrs in einer Regionen kann auf ein zukünftiges Wirtschaftswachstum hindeuten. Auch der negative Einfluss, den der Mensch auf die Natur hat kann immer besser bestimmt- und somit auch nivelliert werden. Beispielsweise konnten Forscher anhand von Satellitenbildern ausrechnen wie bald die Stadt Venedig im Meer versinkt –und auf den Meter genau bestimmen, an welchen Stellen der Mensch durch sein Eingreifen diesen Prozess beschleunigt. Somit können die Daten aus dem Himmel tatsächlich auch einen positiven ökologischen Impact auf unser Leben haben.”

Rouven Hohendorff Danke Rouven! Kommende Woche folgt der zweite Teil des Interviews und somit das zweite Highlight.