TechCrunch Disrupt 2013 in Berlin

Am 28./29. Oktober fand die TechChrunch Disrupt in Berlin statt. In der Berlin Arena trafen sich junge, aber auch etablierte Startups und Investoren, um Produkte vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Neben den Startup Ailes, in denen sich ca. 50 Startups an kleinen Stehtischen präsentierten, diskutierten auf der Hauptbühne erfolgreiche Unternehmer und Investoren. Tim Armstrong von AOL war beispielsweise zu hören. Er sprach über neue Medienplattformen, z.B. Video, für die die AOL junge Programmierer recruited, sowie über die Intention, in den deutschen Markt zurückzukehren.

TechCrunch1In dem Fireside Chat mit  Brent Hoberman (PROFounders Capital, Founders Forum), Christophe Maire (Angel Investor) und Edward Shenderovich (Kite Ventures) wurde das European Technology Ecosystem und die neuesten Entwicklungen betrachtet. Die Speaker betonten, dass es einfacher geworden wäre in Europa Startups zu gründen und dass eine neue Generation von innovations- und nicht finanzorientierten Businesses heranwachsen würde. Innovationen würden so in neuen Umgebungen und nicht mehr in traditionellen Branchen stattfinden.

In seinem Interview wies Patrick Collison, Gründer von Stripe (micro-payment) jedoch darauf hin, dass traditionelle europäische Firmen neuen Ideen und jungen Startupfoundern eher skeptisch gegenüber treten würden, während in den USA die Kooperationswilligkeit deutlich höher sei. Die Adaptionsrate von neuen Produkten in Europa sei jedoch deutlich höher und schneller.

Das Startup Battlefield

Das Highlight der Disrupt war das sogenannte Startup Battlefield, bestehend aus 6-minütigen Pitches mit anschließender Fragerunde und Jury. Am Montag bekamen 14 aus über 500 Bewerbern die Chance, ihr Startup (Produkt und Businessplan) vorzustellen und zu verteidigen. Am Dienstag kämpften die vier Finalisten um den Pokal und die Gewinnsumme von 40‘000 €. Die Ideen reichten von einer Voice-Recognition-Plattform (voicesphere), über einen Bilderkennungsshopping-Service bis hin zu einer Last-Mile Reiseplattform (wanderio), anhand derer Angebote von unterschiedlichsten Anbietern binnen Minuten auf ein und derselben Seite gesucht, verglichen und gekauft werden konnte. Hätte das Publikum entscheiden können, hätte import.io gewonnen, das ergab eine spontane Abstimmung vor der offiziellen Preisverleihung. Import.io haben ein Programm entwickelt anhand dessen Daten ohne großen Aufwand von unterschiedlichsten Webseiten gezogen und verarbeitet werden können.

Der Gewinner

Die offizielle Jury hat sich für Lock8 entschieden, das smarte Fahrradschloss, auch wenn es sich dabei eher um ein ziemlich teures Nischenprodukt handelt (auf Kickstarter für 69£, später im Verkauf 99£). Lock8 hatte wohl einerseits Glück, dass gerade in Berlin ein solches Schloss ein breites Publikum findet, an der Disrupt in SanFransisco hätte die Idee wohl kaum eine Chance gehabt. Andererseits hat Lock8 wohl das größte Potential sowie zurzeit fast keine Konkurrenz. Die Lock8 Schlösser sind nicht nur dank integrierter Sensoren gegen unterschiedliche Arten des Diebstahls geschützt, sondern auch per GPS trackbar und wohl am interessantesten, da wireless. Die Schlösser können per Smartphone freigeschaltet und abgeschlossen werden. Aus einem intelligenten Schloss könnte so ein neues Fahrradsharingkonzept entstehen, mit einem riesigen Markt, sei das P2P oder B2C, z.B. Städtetourismus. Die Frage ist nur, ob die Fahrradbesitzer ihre teuren Modelle, die es wert sind von einem 99£ Schloss gesichert zu werden, gerne teilen wollen.