Die Perlen ordnen sich neu – wie sich ökonomische Wertschöpfungsketten ändern (2/4)

Diese Woche: P2P-Economy – Von B2C-Transaktion zu P2P-Beziehung

 

Die Perlen ordnen sich neu – wir leben in einer Zeit, in der sich ökonomische Prozesse wandeln und Wertschöpfungsketten neu strukturiert werden. Zugang löst Besitz ab, Zwischenhändler werden übergangen, die Menschen entdecken neue Wege des Teilens und ökonomisches Handeln verbindet sich mit sozialem Engagement.

In dieser vierteiligen Serie erhalten Sie Einblick in die Themen

  • Post-Ownership,
  • P2P-Economy,
  • Sharing Economy und
  • Social Business.

P2P-Economy

Die, in der letzten Woche vorgestellte, nachhaltige Konsumkultur des Post-Ownerships verändert das Verhältnis zwischen Unternehmen und Konsumenten, so dass Besitzverhältnisse durch Nutzungsverhältnisse abgelöst werden.

Auf Grundlage des Post-Ownership-Gedankens entwickeln sich völlig neue wirtschaftliche Beziehungen: Unternehmen als Transaktionspartner werden durch Einzelpersonen abgelöst. Dieses Phänomen beschreibt die P2P Economy.

Eine wichtige Triebkraft der P2P Economy sind soziale Netzwerke und mobile Applikationen, denn sie erlauben eine kostengünstige Vernetzung der Akteure.

Das für Transaktionen nötige Vertrauen wird durch die integrierten User-Bewertungen hergestellt. Veröffentlichte Produktbeurteilungen von Usern, die für potenzielle Käufer als Entscheidungshilfe dienen, sind ein selbstregulierender Mechanismus, denn Reputation ist im P2P-Wirtschaftssystem eine existentielle Währung – eine schlechte Bewertung kann für einen „Mikrounternehmer“ schon das wirtschaftliche Aus bedeuten.

Die P2P Economy ist auch auf die ökonomische Krise der letzten Jahre zurückzuführen. Sie bietet für Privatpersonen die Möglichkeit, etwa mit dem zeitweilig ungenutzten Auto oder der leerstehenden Wohnung über bestimmte Zeitspannen, wie zum Beispiel das Wochenende, etwas Geld dazuzuverdienen.

Die Kombination aus Post-Ownership und Micropreneurship ist daher das kommerzielle Gegenstück zu den ebenfalls populären Tausch- und Spenden-Netzwerken, wie swap.com.

Eine Folge sind viele innovative mobile Person-to-Person-Payment Lösungen wie z.B. Square, iZettle oder ZipPay, denn auf bargeldloses Bezahlen soll auch in der P2P Economy nicht verzichtet werden.

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Micro-Trend: Das eigene Fahrrad per Internet verleihen

Das Start-up Spinlister ermöglicht es den Nutzern seines Onlinemarktplatzes, günstig Fahrräder auszuleihen oder ihr eigenes als kleinen Zuverdienst einzustellen. Um ein Rad zu leihen, geben Interessenten einfach ihre gewünschte Route ein und bekommen aus allen Angeboten passende Möglichkeiten angezeigt. Wer gleich sein eigenes Rad anbieten möchte, nimmt die Maße und schießt einige Fotos. Sind diese hochgeladen, erhält der Nutzer die Anfragen und vereinbart Abholtermine. Um Diebstähle zu vermeiden, bezieht Spinlister zusätzlich soziale Netzwerke und Kreditkarteninformationen ein.

Eine ausführliche Beschreibung der P2P-Economy finden Sie in diesem PDF.