CES 2012 – Tag 1: Automotive, Gaming und das Ecosystem

Das fängt ja gut an. Bereits am Vorabend der Eröffnung der Consumer Electronics Show 2012 in Las Vegas kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer in seiner traditionellen Eröffnungskeynote an, dass der Computerriese aus Redmond in diesem Jahr das letzte Mal an der CES teilnehmen wird.

Neben dieser traurigen Nachricht stellte Ballmer allerdings auch die Weichen für Windows 8 und kündigte einen “Windows Store” für die dazugehörige Softeware sowie eine Erweiterung der Gestensteuerung Kinect für PCs an.

Am Montag, dem eigentlichen Eröffnungstag selbst, begab sich Norbert Hillinger auf eine erste Tour durch die weltgrößte Messe für Consumer Electronics. Neben dem ersten Blick auf die Ausstellungsflächen, wo in diesem Jahr neben 3D und OLED-Screens vor allem Ultrabooks, Tablets, und Sprachsteuerungssysteme hervorstechen, standen am ersten Tag vor allem die Keynotes und Sessions im Vordergrund.

Mit dem Abgang Microsofts von der CES Bühne, gesellt sich der Automobilkonzern Mercedes Benz in diesem Jahr in die Runde der Aussteller und Keynote Speaker. In seiner Rede stellte Daimler Chairman Dr. Dieter Zetsche seine fünf Kapitel der Declaration of Automotive Independence vor.

Demnach dürfen wir gespannt sein auf den “Digital Drivestyle” von Mercedes Benz. Der Autohersteller setzt auf die Cloud, wenn es um die intelligente und effektive Verbindung zwischen Auto und Smartphone geht.

Der digitale Dienst mbrace2 ist bereits im neu vorgestellten SL integriert und wird auch ab sofort in allen neuen Modellen in den USA zur Verfügung stehen. Damit wird der Mercedes nun endlich auch zum Hotspot und damit zu einem Connected Car.

Auch über eine Mobile App, die Daten zum Stand des eigenen Elektro-Autos liefert, sprach Zetsche. IBM Research arbeitet auch bereits zusammen mit dem Züricher Stromversorgungsunternehmen EKZ an einer mobilen Anwendung, die Nutzern Echtzeit-Informationen zu ihrem Elektroauto bietet. Dazu gehören der momentane Füllstand, Standort und aktuelle Strompreise. IBM nutzt ein an der Zurich University of Applied Sciences entwickeltes Gerät für die Datenerfassung, das im Auto installiert werden soll. Die Daten werden in einen Cloud-Service von IBM übertragen und können so auch von Stromanbietern genutzt werden, um weitere Einsicht in den Stromverbrauch zu gewinnen. Mehr zur mobilen App von IBM finden Sie im Trendexplorer.

Ganz im Zeichen des Mottos “Access is the new ownership” stellte Zetsche zudem die beiden Dienste car2go und car2gether vor, die er als “Social Networks on the Road” bezeichnete.

Die Weichen stehen also bereit für die digitale Revolution des Traditionsunternehmens Mercedes Benz.

Die komplette Keynote können Sie sich hier als Video ansehen:

Auch Hollywood steht bei der CES 2012 im Fokus. In der Session “Hollywood and the Digital Consumer: How Technology, Content and Services Establish the Next Level of Consumr Entertainment Experience” diskutierten hochkarätige Teilnehmer unter anderem von Sony, Fox und Lionsgate über die Herausforderung, den Kunden auch im digitalen Zeitalter noch zu erreichen und vor allem Gewinne zu erzielen.

Die Erkenntnis in diesem Panel auf den Punkt gebracht:

1. Mobiler Entertainmentgenuss ist bereits Realität ebenso wie der Second Screen. Egal ob Filmgenuss auf Laptop, Table oder Telefon oder die zusätzliche Nutzung eines oder mehrerer dieser Geräte während des Fernsehens, beides gehört schon zum Alltag.

2. Die Menge an angebotenen Channels zum Beispiel auf YouTube verwirrt den Kunden und führt zu Kanibalisierungseffekt

3. YouTube hat zwar die höhere Reichweite, die längere Verweildauer verzeichnet in den USA aber schon längst die Online-Videothek Netflix.

Gleich im Anschluss an die Hollywood-Session stellte das Onlineportal CNET gemeinsam mit Google Chairman Eric Schmidt das Ecosystem als Next Big Thing vor.

Bestehend aus Hardware, Betriebssystem, Content und Service, gilt es in Zukunft mit dem Ecosystem ein möglichst umfassendes Angebot für den Kunden zu generieren. Googles vierte Version des Betriebssystem Android mit dem Namen Ice-Cream-Sandwich soll hier wichtige Weichen gerade für die schon so lange propagierte nahtlose Unterhaltung stellen. Egal ob Smartphone, Tablet, TV oder Kühlschrank, auf jedem Gerät, das über Android 4.0 verfügt, lässt sich der selbe Content rezipieren und übertragen.

Schmidt gab dazu interessante Zahlen an: Über 700.000 Android Geräte werden tagtäglich aktiviert. In der Weihnachtszeit stieg diese Zahl sogar auf 3,5 Millionen pro Tag. Aktuell sind rund 200 Millionen Android Geräte im Einsatz. Ebenfalls interessant: Jeder Mensch nutzt aktuell im Schnitt 30 Consumer Electronics Geräte zu Hause wobei nur eine kleine Zahl davon miteinander verbunden ist.

Die komplette Session können Sie sich bei CNET als Video ansehen.

Am Ende des Tages stand noch ein kurzer Abstecher in die Session zum Thema Game On an. Hier diskutierten unter anderen Ubisoft und das Start-Up Kiip über aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Serious Gaming und die Auswirkungen von Social Networks wie Facebook auf die spielende Zunft.

Mehr Fotos finden Sie in unserem Flickr-Album.

Morgen gibt es mehr von der diesjährigen CES 2012. Stay tuned!