Eindrücke von der Social Media Week Berlin

Die Social Media Week ist eine globale Konferenz, bei der aufstrebende gesellschaftliche, kulturelle und kommerzielle Trends in Social- und Mobile Media ergründet werden. Vom 19. – 23. September fand die Social Media Week in 12 Städten statt, unter anderem in Buenos Aires, Los Angeles, Vancouver und Berlin.

Die Social Media Week Berlin umfasste insgesamt über 50 Events in verschiedenen Locations, bei der sich Social Media-Interessierte austauschen konnten. Zu Präsentationen, in Workshops und in Panels diskutierte man über die Einflüsse und Auswirkungen von Social Media für Privatpersonen, Unternehmen und Politik.

Wir waren dabei, haben Veranstaltungen besucht und mit einem eigenen Workshop selbst etwas beigetragen.


Für alle, die nicht dabei sein konnten, ein Auszug der Veranstaltungen:

 Wahl Digital: Die Berliner Wahl auf Social Media

Am 18. September hat Berlin gewählt. Um einen direkteren Kontakt mit den Wählern herzustellen, haben viele politische Parteien versucht, Soziale Medien in ihre Kampagnen zu integrieren. Doch was hilft nun mehr: Ein umfangreiches location-based Tool der Grünen, die eine Art interaktive Meckerliste für die ganze Stadt eingerichtet haben, oder der Service-Gedanke der neugewählten Piratenpartei, die auf individueller Ebene Social Media nutzt, um einen direkten Dialog mit den Wählern herzustellen und Treffen zu organisieren? Das Fazit von Klas Roggenkamp, Mitbegründer der Medienagentur Compuccino, war: Die Parteien haben sich „stets bemüht“. Bisher scheint die Nutzung von sozialen Medien keinen direkten Einfluss auf das Wahlergebnis zu haben.

Mehrere Aspekte erschweren den Versuch einer sinnvollen Integration: Zunächst ist das Twittern, Posten und Kommentieren bei vielen weiterhin keine alltägliche Handlung, die nebenbei abläuft und daher als zu zeitintensiv empfunden wird. Ein anderer Grund könnte sein, dass viele Wähler sich nicht öffentlich zu einer Partei bekennen möchten, aus Angst vor beruflichen Konsequenzen. Wer einen Wähler oder potenziellen Wähler an sich binden will, der sollte außerdem darauf setzen, einen langfristigen Dialog zu fördern, als mit kurzfristigen Wahlkampagnen Aufmerksamkeit zu erregen.

Wir sind gespannt: Welche Rolle werden soziale Medien bei der Bundestagswahl 2013 spielen?

Social Storm – Was tun, wenn die ganze Welt gegen Sie ist?

Was passiert, wenn Ihre Firma aufgrund von aktuellen Geschehnissen mit massiver Kritik der Öffentlichkeit konfrontiert wird? Was von Bloggern allgemein als „Social Storm“ oder „Shit Storm“ bezeichnet wird, ist der plötzliche Ansturm einer großen Menge von empörten Kommentaren, die über Social Media wie ein Lauffeuer verbreiten. Paula Hannemann, Social Media Managerin beim WWF Deutschland, stellte in einer Podiumsdiskussion ihre aktuellen Erfahrungen mit einem Social Storm vor. Nach einer kritischen Fernseh-Dokumentation kämpfte der Naturschutzverband mit vielen negativen Kommentaren , die das positive Image des WWF in Frage stellten. Durch diese Erfahrung hat sie gelernt: Es ist nahezu unmöglich in einer solchen Situation einen echten Dialog zu führen. Trotzdem sollte man die Auseinandersetzung nicht scheuen und versuchen mit Hilfe von zusätzlichen Ressourcen langfristig für Klärung zu sorgen.

Das TrendONE Radical Game

 

Am Mittwoch luden wir Teilnehmer der Social Media Week zu einem Radical Game ein. Auf der Grundlage aktueller Social-Media-, Technologie- und Mobile-Trends entwickelten wir neue Ideen und Business-Konzepte in einer offenen, kreativen Spielsituation.

Wie werden wir in Zukunft einkaufen, kommunizieren oder Entertainment aufnehmen? Die Antworten, die während des Kreativworkshops entstanden, waren intelligent und erfrischend. Auf der Grundlage ausgewählter Micro-Trends haben die Teilnehmer ihren Ideen freien Lauf gelassen. Die Gewinneridee war das „personalisierte Hotelzimmer“: Gäste können sich im Vorfeld ihres Hotelbesuchs individuell einrichten: Die eigene Lieblingsmusik oder Lieblingsfilme sind bereits einprogrammiert und an den Wänden hängen ausgewählte Bilder oder die Gesichter der Liebsten.

Die richtige Social Media Strategie

Haben Sie eine ausgefeilte Social Media Strategie?  Wie sähe diese wohl aus im Vergleich zu so unterschiedlichen Akteuren wie Nokia, MTV, dem WWF oder den Grünen? Bei der Podiumsdiskussion am Mittwoch abend wurde kein Blatt vor den Mund genommen: Die Social-Media-Manager gaben einen spannenden Einblick in die Integration von Sozialen Medien innerhalb ihrer Firma, Organisation oder Partei.

Die Aufgabe eines Social Media- oder Community- Managers  ist nicht leicht: Eine feste Strategie zu haben, scheint unmöglich und der Erfolg ist nur schwer messbar. Eine Online Community zu betreuen, bedeutet die Wünsche der Mitglieder zu berücksichtigen und zugleich den Zielen der Geschäftsführung nachzukommen.

Doch auch wenn das Berufsfeld eines Community-Managers neu ist, die Funktion ist alt: Der Dialog mit Kunden war schon immer essenziell. Wenn Jene von Anfang an mit einbezogen werden und mitbestimmen dürfen, sind sie zufriedener mit dem Produkt und werden selbst zu Markenbotschaftern. So hat zum Beispiel Nokia ein enges Netzwerk von ca. 100 Community-Managern weltweit aufgebaut. Angepasst an unterschiedliche standortbezogene und kulturelle Gegebenheiten, wird mit den Kunden in Dialog getreten, ihr Feedback gesammelt und an die Produktmanager weitergetragen.