3D-Drucker-Partys und digitale Trommelperformance – Ein Besuch auf der TEDx in Hamburg

Unter dem Motto „Realities Rebuilt“ fand am 24. Mai die diesjährige TEDx-Konferenz im Hamburger Curio-Haus statt. Mira Bürger, Trend Analyst bei TrendONE, war dabei.

Vor einer LED-Wand, auf der als Leuchtkugeln die aktuellen Tweets zum Geschehen visualisiert wurden, kamen Redner aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Medizin, Architektur oder Design zusammen, um ihre „Ideas Worth Spreading“ auszutauschen.
In drei Blöcken, die jeweils aus 18minütigen TED Talks, 5minütigen Short Talks, Video Talks und Show-Acts bestanden, wurde der Zuhörer mit geballtem Wissen, Erfahrungen und Ideen gefüttert, die euphorisch bis pragmatisch vorgetragen wurden.

Bright Simons stellte das mPedigree-Netzwerk vor, mit dem Medikamente von Fälschungen mithilfe eines SMS-Codes unterschieden und so vor allem in Afrika etliche Menschenleben gerettet werden können; TrendONE hat diesen Micro-Trend schon seit 2007 im Trendexplorer.

Thomas Auer beschrieb seine Vorstellung von „Green Building Design“ und betonte, dass nachhaltige Architektur Effizienz durch das Design erreicht, und nicht durch Gadgets wie ein begrüntes Dach.

David F. Flanders präsentierte einen 3D-Printer und seine Auswirkungen auf die Welt, wie wir sie bisher kennen. Außerdem lud er zu Drucker-Baby-Parties, bei dem die Teilnehmer ihren eigenen 3D-Printer-Nachkommen drucken können.
Stefan Balzer berichtete in einem Short Talk über das Interview Project Germany, ein von David Lynch mitgetragenes Projekt, bei dem ein Team durch Deutschland reiste, Leute auf der Straße ansprach, mit ihnen Interviews über sie selbst führte und dies alles in einem Film dokumentierte. So lernte das TED-Publikum Hans-Dieter kennen, der von seiner Kindheit und seinen Kindern erzählte.

Alin Coen bezauberte das Publikum mit ihrer Stimme und Gitarre und sorgte so für ein kleines Digital Downtime-Fenster.

In einem Video-Talk stellte Morgan Spurlock ein neues Projekt vor. Der US-Amerikaner ist unter anderem mit dem Film “Supersize Me” bekannt geworden, in dem er den Selbstversuch dokumentierte, sich dreißig Tage ausschließlich von McDonalds zu ernähren. Seinen neuesten Coup, der durchgebrandete und nur von Product Placement finanzierte Film „ The Greatest Movie Ever Sold“, stellte er im „Greatest TED-Talk Ever Sold“ vor. Hierbei wand Spurlock die gleiche Strategie an: „This TED-Talk has been brought to you by my good friends at EMC, who for 7100 Dollars bought the naming rights on Ebay!”

Der Neurobiologe Gerald Hüther erklärte, warum Probleme und Konflikte oft nicht nur „man made”, sondern auch „made by males“ sind. An dieser Stelle nur so viel: Es hängt mit dem Y-Chromosom zusammen. Männer können nicht wie Frauen auf ein zweites X-Chromosom zurückgreifen, was zu einer Reihe gesellschaftlicher Konsequenzen führt.

Stefan Keller und Martin Grütter irritierten mit ihrer digitalen Trommelperformance; ein Tweet kommentiert die musikalische Einlage wie folgt: „Das war … ANDERS“.

Matthias Oelmann präsentiert die Multimedia-Plattform SoVIET, bei der Video-Live-Stream mit aktuellen Posts aus verschiedenen sozialen Netzwerken und einem Image-Feed verbunden wird. So soll die Darstellung von Nachrichten und Ereignissen der Komplexität der Gegenwart gerecht werden.

Die TEDx in Hamburg war spannend, anspruchsvoll, ansteckend, vielseitig, geschmackvoll (sowohl das Catering als auch die Location), lustig, ernst und inspirierend.