Neuer Trend Analyst in Hamburg – Mira Bürger stellt sich vor

Seit Mai 2011 ist Mira Bürger als Trend Analyst Teil des Hamburger TrendONE-Office. Die gebürtige Kielerin hat im Mai diesen Jahres ihr Bachelorstudium der Kulturwissenschaften in Leipzig abgeschlossen und ist nun in den Norden zurückgekehrt. Ihre Bachelorarbeit hat sie im Bereich der Kultursoziologie über Flashmobs geschrieben und interessiert sich im sozialwissenschaftlichem Bereich u.a. für die Themen Zeitdiagnostik, Raum-, Arbeits- und Religionssoziologie. Bei TrendONE bewegt sie sich u.a. in den Mega-Trends Knowledge Society, Timeless Time, Community und Youmocracy.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr.

Für diejenigen unter Ihnen, die bisher noch nichts von Flashmobs gehört oder gelesen haben, hat Mira hier eine kurze Beschreibung in Form eines Macro-Trend Textes verfasst.

Der Flashmob ist ein alter Hut, warum setzen ihn sich so viele immer noch auf? Es gibt Elemente in dieser Aktionsform, die über den bloßen Spaß am Neuen und Verrückten hinausgehen und verschiedene Aussagen über die Gegenwart zulassen.

Flashmobs sind aus soziologischer Perspektive Vergemeinschaftungen, die nur in der Situation existieren. Damit unterscheiden sie sich von traditionellen Gemeinschaften (wie z.B. eine Dorfgemeinschaft) oder posttraditionalen Gemeinschaften (wie z.B. eine Graffiti-Crew), die dauerhaft bestehen. Flashmobs sind Events, bei denen sich Gemeinschaft auf Zeit bildet, die ohne jede Auswirkung für den nachfolgenden Alltag bleibt.

Gemeinschaft als Konsumgut
Diese Art der Vergemeinschaftung kann als Kind ihrer Zeit gelesen werden. Daraus können sowohl negative als auch positive Aussagen über die Aktionsform und ihre Bedeutung für die Gegenwart abgelesen werden. Der Großteil der Flashmobber ist z.B. nicht an der Entwicklung und Organisation der Aktion beteiligt. Daraus kann man folgern, dass bei Flashmobs die Konsumhaltung der Gegenwart auf die Spitze getrieben wird: Sogar die Gemeinschaft, die ein Jeder von Zeit zu Zeit braucht, wird konsumiert.

Flashmobs als Glücks-Generatoren
Auf der anderen Seite kann man auch etwas Positives in der Flashmob-Gemeinschaft sehen. Sie bietet die Möglichkeit, auf freiwillige und spontane Weise Gemeinschaft zu erleben. Und Gemeinschaftserfahrungen sind in der Gegenwart, die von Individualisierung und der Auflösung von Großgruppen geprägt ist, rar gesät. Situationsgebundene Gemeinschaften sind deshalb laut Gebhardt als „Generatoren gemeinschaftlich empfundenen Glücks heute unersetzbar“.