Aktuelle Macro-Trends – April 2011

In dieser Ausgabe der Kategorie “Aktuelle Macro-Trends” stellen wir Ihnen diesmal die Themen AUTO ACTION APPS und STREETVIEW MARKETING vor.

AUTO ACTION APPS – Context-Awareness im App-Format

Apps sind die Suchmaschinen des Outernet. Mit Hilfe der kleinen Programme lassen sich Hotels, Restaurants oder sogar heraneilende Taxis problemlos auffinden. Neben der Suchfunktion etablieren sich Applikationen zunehmend im Bereich der kreativen Tätigkeiten (Songs komponieren und digitale Kunstwerke erschaffen) oder der Alltaghandlungen (Finanzplanung, Reisekoordination und Gesundheitscheck). Der Benutzer agiert im Vordergrund und überträgt seine reale Tätigkeit oftmals in eine digitale Information, indem er auf seinem Smartphone eine manuelle Eingabe tätigt. Doch je mehr Alltagshandlungen durch Apps ausgeführt werden, desto zeitaufwendiger wird auch die Pflege und Nutzung der selbigen. Was könnte für dieses Problem die Lösung sein?

Mit Auto Action Apps lassen sich verschiedene Aktionsregeln für Anwendungen und Prozesse festlegen,  die mit dem Eintritt in ein spezifisches Szenario automatisiert ausführt werden. So kann im einfachsten Beispiel ein Check-in beim Location-based Service “Foursquare” mit Betreten des Standortes automatisch im Hintergrund ablaufen,  ohne das der Nutzer aktiv vorgeht. Auto Action Apps werden somit zu verborgenden Helfern und sensibilisieren unsere Wahrnehmung beim automatischen Senden und Empfangen von digitalen Informationen, die unsere Privatsphäre betreffen.

STREETVIEW MARKETING – Das virtuelle Stadtpanorama wird zur Werbefläche

Mit der Einführung von „Streetview“ sorgte Google bei Datenschützern und Teilen der Bevölkerung, die darin einen datenschutzrechtlichen Supergau sahen, für helle Aufregung. Kaum haben sich die Wogen um den Service etwas geglättet, wird „Streetview“ von Unternehmen vermehrt als Medium für kontextuelle Werbung und Marketing entdeckt und genutzt. Erste Anwendungen, wie die des Buchversandhändlers bol.com, legten ahnungslosen in „Streetview“ abgebildeten Passanten Werbebotschaften als Sprechblasen in den Mund.

Aber auch Google selbst unterstützt die Entwicklung von „Streetview“ hin zu einer Werbeplattform. Mit Hilfe eines patentierten Auktionsverfahrens, vergleichbar zu Google AdWords, sollen Werbetreibende in Zukunft um die interessantesten virtuellen Werbeplätze im Streetview-Universum, z.B den Arc-de-Triumph oder auf dem Timessquare, konkurrieren. Diese Form erinnert stark an die gewohnten Mechanismen der Werbeplatzierung auf Websites. Aktuelle Beispiele zeigen wie sich „Streetview“ als Werbemedium weiterentwickelt und als Basis für innovatives Marketing dient. So verfolgt etwa Redbull einen Web 2.0 Ansatz mit seinem „Red Bull Art Street View“. Nutzer können weltweit entdeckte Street-Art Installationen markieren und der von RedBull gebrandeten Galerie hinzufügen. Mit der „Red Bull Art Street View“-Anwendung gelingt es RedBull sein Image als Szenegetränk für Jugendliche und Kreative durch den Einsatz von „Streetview“ zu stärken.

Ein weiteres Beispiel für einen intelligenten und spielerischen Einsatz von „Streetview“ zeigt die Moskauer Kreativagentur SmartNewSolutions, die zur Einführung des PS3 Rennspiels „GT 5“ ein interaktives Werbebanner für Websites entworfen hat. Innerhalb dieses Banners können User die im Spiel beinhalteten Rennstrecken, wie z.B. einen Rundkurs um das Kolosseum, selbst befahren und im Streetview-Modus erkunden.