Von Ackerbau bis Weltraumabenteuer – Trendexperte Sandro Megerle besucht den Gaming Fachkongress „Casual Connect 2011“

Casual Games, das sind einfache und unkomplizierte Games, die oft nur wenige Minuten pro Tag gespielt werden, sind auf dem Vormarsch und ziehen immer mehr Leute in ihren Bann.
Die Integration in soziale Netzwerke, allen voran das Paradebeispiel Farmville auf Facebook, zeigt wie gut sich soziale Netzwerke als fruchtbare Nährböden für soziale Casual Games erweisen. So gelang es Zynga, Entwickler von Farmville und weiteren sehr erfolgreichen Spielen wie zum Beispiel Mafia Wars, innerhalb von nur drei Jahren zur zweitgrößten Spieleschmiede der Welt aufzusteigen. Sogar etablierte Konkurrenten im Spielemarkt wie Electronic Arts können da nicht mithalten.

Vom 8. -10. Februar fand in Hamburg die Casual Connect 2011 statt, eine Fachmesse zum Thema Casual Gaming. In der selbsternannten „Gamecity“ wurden neben vielen kleineren Spieleschmieden auch Branchengrößen wie BigPoint, Europas größtem Anbieter von Browsergames, empfangen. Über drei Tage hinweg war das Publikum eingeladen, die neuesten Spielekreationen internationaler Spieleentwickler zu begutachten und sich über relevante Dienstleistungen im Kontext von Casual Gaming, wie Payment-Lösungen oder Werbemöglichkeiten, zu informieren.

Die Besucher hatten zusätzlich die Möglichkeit in diversen Vorträgen und Podiumsdiskussionen einen tieferen Einblick in die Themen des Casual Gamings zu erhalten und über zukünftige Entwicklungen zu debattieren. Dabei kamen viele interessante Fragen und Thesen auf.

Als einer der zentralen Themenkomplexe wurde die Distribution von Casual Games in diversen Netzwerken diskutiert. Die breite Auffassung des Fachpublikums besteht darin, dass nicht der Inhalt der neuen Casual Games, sondern die Distribution und eventuell auftretende technischen Probleme (z.B. Payment) einen Engpass für ein erfolgreiches Casual Game darstellen könnten.

Ferner eignen sich nicht alle Casual Games auch gleichermaßen für jeden Markt, bzw. für jedes Netzwerk. Um ein erfolgreiches Spiel zu produzieren, bedarf es im Vorfeld einer genauen Analyse der schon vorhandenen erfolgreichen Casual Games in dem anvisierten Zielmarkt und den Faktoren, die für diesen Erfolg verantwortlich sind. In diesem Kontext sind auch kulturelle Unterschiede zu beachten, die den Erfolg im jeweiligen Zielmarkt maßgeblich beeinflussen. Dies wird schnell deutlich, wenn man inhaltliche Details betrachtet: Als Beispiel wurde hier ein Vergleich gezogen zwischen der kulturellen Wertigkeit einer Kuh in Deutschland und Indien im Kontext von Farmville. Während die Kuh in Deutschland als Nutztier gilt wird sie in Indien als Gottheit verehrt – ein Umstand dem sich auch die Spieleentwickler bewusst sein müssen um kulturelle Aspekte adäquat in ihr Spieldesign zu integrieren und weltweit erfolgreich zu haben.
Betriebswirtschaftlich sind Lokalisierungskosten für die Anpassung der kulturellen Differenzen in der Regel zu hoch, vor allem für kleinere Spielefirmen. Daher wird der Beobachtung bereits erfolgreicher Spielkonzepte im anvisierten Markt ein hoher Wert beigemessen.

Ganz im Sinne des Mega-Trends Game On sind wir gespannt, wie sich die Welt des Casual Gamings weiterentwickelt und bedanken uns bei der Casual Connect für viele kreative Denkanstöße.