Aktuelle Macro-Trends – März 2011

In dieser Ausgabe der Kategorie “Aktuelle Macro-Trends” stellen wir Ihnen diesmal die Themen PROOF BY PICTURE und SOCIAL SENSORS vor.

PROOF BY PICTURE – Bild her oder Klappe halten!

Es ist nichts grundsätzlich Neues, andere durch Bilder an seinem Leben teilhaben zu lassen. Mittlerweile scheint es allerdings weit über Online-Bildergalerien wie Hipstamatic oder Best Camera hinauszugehen. Im Zuge der technischen Möglichkeiten, die einem heute zur Verfügung stehen, kann man ein Bild mit dem iPhone in Echtzeit zu Facebook, Twitter, Flickr, Tumblr oder Foursquare senden. Bilder werden schnell, gezielt und großräumig verbreitet. Teenager wachsen damit auf, sich bei jeder Gelegenheit für Fotoaufnahmen und Schnappschüsse in Szene zu setzen und Spuren zu hinterlassen – für sich selbst, aber auch für andere.

Nach Hubert Burda hat die Digitalisierung die Bedeutung von Bildern für die Gesellschaft grundlegend verändert: Visuelle Kommunikation ist nun das Stichwort. Die Wende zur Sprache („linguistic turn“) wird von der Wende zum Bild abgelöst. Der sogenannte „iconic turn“ beschreibt die Verschiebung von sprachlichen zu visuellen Informationen, um Ereignisse darzustellen und zu inszenieren. Bei besonders spektakulären Posts wird als Beleg häufig ein Bild gefordert, um der Meldung Authentizität verleihen. Fakt ist: Wenn dich niemand sieht, gibt es auch keinen Hinweis auf deine Existenz.
Kurz gesagt: Picture or it didn’t happen! Diesem Ausdruck des wachsenden Online-Skeptizismus stehen zynische Stimmen gegenüber, die behaupten, die Bilder dienten lediglich der Unterhaltung und der niederen Gelüste des Menschen. Beides ist richtig. Im Grunde geht es um das Schaffen von Inhalten. Ein Bild ist dabei bekanntermaßen mehr wert als tausend Worte, da es sowohl mehr Ausdrucks- als auch Beweiskraft besitzt: Proof by Picture.

SOCIAL SENSORS

Unter Sozialen Sensoren verstehen wir sämtliche technische Möglichkeiten, um soziale Strukturen aufzuspüren. Soziale Strukturen sind z.B.: Befindlichkeiten, Meinungen, Stimmungen, Beziehungen, Zustände, Entwicklungen, Aufenthaltsorte usw.
Die rapide Zunahme an Echtzeit-Daten, die jeder von uns tagtäglich über sich und seine Umgebung produziert (z.B. über Social-Media-Plattformen, Smartphones etc.), kann – wenn die Daten sinnvoll aggregiert und kanalisiert werden – zu einem wesentlich höheren Wissensniveau führen. Die Hauptaufgabe sozialer Sensoren ist daher die Verdichtung von Einzelinformationen zu Masseninformationen, aus denen wiederum höhere Erkenntnisse für unterschiedliche Situationen erlangt werden können.

Zu diesen „menschlich erzeugten“ Daten kommen zudem noch die Daten aus dem Web of Things, also alle Informationen, die von Gegenständen (Autos, Flugzeugen, Häusern, Produkten etc.) erzeugt werden – sogenannte Ambient Data.
Vereinfacht gesagt: Soziale Sensoren sind die Indikatoren unserer vernetzten Welt.

WAS KANN MAN MIT SOZIALEN SENSOREN MACHEN?

Durch Soziale Sensoren werden zunächst einmal nur Daten erzeugt. Wenn diese jedoch sinnvoll ausgewertet und mit anderen Daten von Sozialen Sensoren kombiniert werden, bilden sie die Basis für CURATED SERVICES – also Services, die Informationen aggregieren und für den Nutzer kontextrelevant aufbereiten.

Ein einfaches Beispiel für einen Curated Service ist Ongo, ein News-Aggregator, der einem täglich die wichtigsten Headlines ausgewählter Publikationen in einem handlichen Format zusammenstellt.

Soziale Sensoren lassen sich z.B. nach folgenden Kriterien unterscheiden:

1. Text-basierte Soziale Sensoren
2. Bild-basierte Soziale Sensoren
3. Audio-basierte Soziale Sensoren
4. Video-basierte Soziale Sensoren
5. Umwelt-basierte und somatische Soziale Sensoren