Das war das Trendforum 2009

Auch in diesem Jahr trafen sich am 1. und 2. Dezember wieder internationale Trend- und Zukunftsforscher in der BMW World in München auf dem Trendforum.

Während der Schwerpunkt des ersten Vortrags von Prof. Markku Wilenius der Allianz SE auf dem Klimawandel und dessen globale Auswirkungen lag, beschrieb Dr. Christine Woesler de Panafieu von Cosight die Entwicklung von der Post- zur Ultra-Moderne. In der Mitte des sehr soziologisch angehauten Modells der Ultra-Modernität stehe die neue Zivilgesellschaft, in der sich die lokale Vergemeinschaftung mit der Globalisierung und der digitalen Vernetzung durch das Internet vermischt und es zur „Neo-Vergemeinschaftung“ komme.

Nils Müller reiste in seiner Keynote dann bis ins Jahr 2021 und skizzierte anhand vieler bereits heute existierender Innovationen ein Zukunftsbild, in dem wir zum Beispiel ohne Stimme telefonieren können, sich Computerspiele in die reale Welt verlagern oder die ganze Welt zum Hyperlink wird.

In den Pausen konnte man an diversen Surface-Tischen von Microsoft u.a. seinen Lieblings-Audi konfigurieren (wohlgemerkt in der BMW World!), eine akustische Speisekarte erleben, sich mit weltweiten Trendscouts austauschen, die per Webcam live zugeschaltet wurden und natürlich poken.

Weitere Highlights waren die praxisorientierten Vorträge von Axel Becker (Airbus) und Prof. Werner Klaffke (Unilever) und natürlich die mit Hochspannung erwartete Keynote von Ray Kurzweil, die per virtuelle Live-Projektion aus dem MIT in Boston erfolgte. Ray Kurzweil beschrieb – wie schon in seinem Buch „The Singularity Is Near“ (2005) – die bisherige exponentielle technische Entwicklung auf diversen Gebieten sowie die menschliche Schwäche, dieses exponentielle Wachstum einschätzen und schließlich dann auch vorhersagen zu können. Der Grund dafür liege darin, dass die menschliche Denkfähigkeit von Natur aus linear ist. „Because we can’t change this, we need to learn this! That’s why I’m travelling around the world and keep telling this“, so Ray Kurzweil.

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Kurzweil’s Vision der Zukunft ist, dass ein Reverse Engineering des menschlichen Gehirns bereits 2029 abgeschlossen sein wird und der Mensch dann immer mehr mit der Technologie verschmilzt. In diesem Zusammenhang sprach er auch von künstlichen Blutzellen (sogenannte Respirocyte) und Nanobots im Blut, die sich an die Nervenbahnen andocken und eine virtuelle Realität simulieren. Das könnte konkret bedeuten, dass zum Beispiel das Fangen eines Balls nicht nur komplett virtuell durchgeführt, sondern auch vom Menschen wiederum als eine echte Muskelbewegung nachempfunden werden kann.

Alles in allem eine sehr spannende und gelungene Veranstaltung.

Wir freuen uns schon auf das Trendforum 2010!