In dieser Ausgabe der Kategorie “Aktuelle Macro-Trends” stellen wir Ihnen diesmal die Themen MICRO NETWORKS // GROUP MESSAGING und 6-SENSE-SECURITY vor.
MICRO NETWORKS // GROUP MESSAGING -Wenn die Großraumdisko zu laut wird, suchen wir uns Séparées
Obwohl der „Social Layer“ im digitalen Raum durch Platzhirsche wie Facebook und Twitter besetzt zu sein scheint, ist an dessem Rand eine hohe Dynamik zu beobachten. Zahlreiche meist mobile Applikationen greifen situative Nischen abseits des thematisch eher ungerichteten News-Streams der BIG FOUR (Facebook, Twitter, YouTube, Flickr) auf. In diesen Nischen dominiert die Exklusivität, die u.a. durch die Kopplung an physische Orte oder die Begrenzung anderer Kontextfaktoren (Zeit, Thema, Mitglieder etc.) erzeugt wird. Micro Networks sind die Séparées in der Großraumdisko Facebook & Co. – und die Orte fungieren vermehrt als deren Türsteher.
Besonders gut kann dieses Phänomen durch Applikationen wie Soundtrckr, Color, Path oder Beluga beschrieben werden. Bei Soundtrckr haben die Nutzer z.B. die Möglichkeit, eigene Radiostationen zu erstellen und diese mit anderen Usern zu teilen, die sich in ihrer Nähe befinden. Color ist eine soziale Fotosharing-Applikation, mit der Anwender ausschließlich Fotos von Personen empfangen können, die sich in einem Umkreis von 50 Metern befinden. Das ebenfalls auf Fotos basierende Netzwerk Path limitiert von vorneherein die Anzahl der möglichen Freunde auf 50 Personen, daher auch der Beiname “The Personal Network”.
Wer Fotos oder Musik nur an bestimmten Orten betrachten oder hören kann, erlebt zusätzlich eine soziale Komponente: das Teilen des Moments und des Ortes mit Anderen.
Der Service Beluga (im März 2011 von Facebook gekauft) steht wiederum repräsentativ für eine Handvoll Group-Messaging-Dienste (u.a. auch Kik, GroupMe, Fast Society), die die Check-In-Services als Trend abzulösen scheinen. Group Messaging-Dienste vereinen die Vorteile von E-Mail, Chat, SMS, Facebook oder Twitter – sind dabei aber direkter als E-Mail, erreichen einen größeren Personenkreis als Chat oder SMS und streuen nicht so breit wie Facebook und Twitter, da die Nachrichten an einen ausgewählten und abgeschlossenen Freundeskreis versendet werden.
Wenn man sich also die Frage stellt, was eigentlich nach Facebook kommt, so deutet vieles auf eine zunehmende Pluralisierung und Spezialisierung von sozialen Netzwerken hin, die jedoch immer offene Schnittstellen zu den Big Four haben. Denn dort spielt nach wie vor die Musik!
6-SENSE-SECURITY- Sicherheitsgefühl durch alle Sinne
In Zeiten von Datenklau und S-Bahn-Schlägereien bekommen wir vermehrt digitale Unterstützung, um unsere Sicherheit und Privatsphäre zu schützen. Dabei orientieren sich die Sicherheitssysteme zunehmend an den Funktionsweisen des menschlichen Organismus. Neue biometrische Verfahren, mobile Endgeräte als “persönliche Bodyguards” und intelligente webbasierte Algorithmen verstärken das Gefühl von Sicherheit on- wie offline und fügen sich intelligent in den Alltag und Kontext des Users ein.
Die Vermessung von biometrischen Merkmalen ermöglichen dem Kamerasystem von Audio Analytic kriminelle Geräusche zu “erhören” oder der Sicherheitssoftware PrivateEye durch Gesichtserkennung den Monitor vor fremden Blicken zu schützen. Gesichtserkennung anstelle einer Passworteingabe soll zukünftig eine noch genauere Authentifizierung am Geldautomaten realisierbar machen. Intuitiv loggen wir uns bereits via Fingerscan in unseren PC ein.
5 Sinne + 1 Kontext = 6 Sense Security
Erweitert werden diese, auf den 5 Sinnen des Menschen aufbauenden Systeme, durch kontextbezogene Plattformen wie Fearsquare oder auch dem Webservice Family Signal. Fearsquare bezieht seine Informationen aus Statistiken der Polizei. Es klärt Nutzer des sozialen Netzwerks Foursquare auf, ob an den Orten, an denen sie einchecken, zuvor Verbrechen stattgefunden haben. Ist dies der Fall könnte es von Vorteil sein, das Armband “PFO One” des schwedischen Unternehmens PFO als persönlichen Bodyguard mit sich zu führen: Sobald im Notfall an dem Accessoire gezogen wird, sendet dieses per SMS den Standort des Trägers an drei ausgewählte Freunde. Erreichen diese ihn beim ersten Sicherheitsanruf nicht, können sie ihn mit dem Laptop oder Smartphone per integrierter GPS-Verfolgung orten.
Auch die Angst von Eltern, die ihre Kinder im Netz Gefahren ausgesetzt sehen, wird von der Firma Family Signal aufgefangen: Ihr gleichnamiger Webservice benachrichtigt Eltern bei potenzieller Gefahr. Mit Hilfe von Computerlinguistik und aktuellen Begriffsdatenbanken werden die Facebook- und Twitter-Profile des Nachwuchses überwacht und nach Bedrohungen durchsucht.
Das rumänische Wirtschaftsmagazin BIZ hat unseren Kollegen Nick Sohnemann gefragt, welche drei Trends seiner Meinung nach in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen werden.Er entschied sich dabei für das Outernet, Ambient Intimacy und Socialbility.
Das Outernet ist natürlich ein sehr wichtiges und häufig vorkommendes Thema bei TrendONE. Der Mega-Trend beschreibt, wie das Internet dank Smartphones und anderen relevanten Technologien auf die Straße springt. Dabei werden Aspekte wie locationbased Services nicht nur immer alltäglicher, sondern sie bieten uns beispielsweise mittels Augmented Reality einen neuen Blick auf den Alltag und die Informationsbeschaffung.
Der zweite Trend, die Ambient Intimacy, beschreibt die Möglichkeit mit weltweit verstreuten Freunden über Facebook und Twitter direkt virtuell in Kontakt zu treten. Durch das Gefühl sich mit den Freunden trotz der Entfernung jeden Tag auszutauschen, wird ein gewisser Grad an Intimität geschaffen. Dieses Phänomen macht sich nun auch die Entertainment-Branche zu Nutze und lässt Zuschauer über verschiedene Kanäle beispielsweise eine virtuelle Beziehung zu Serienfiguren herstellen.
Weiterhin wird die Socialbility zukünftig eine große Rolle spielen. Der Begriff besteht aus den Wörten social und sensibility, die zusammengenommen beschreiben, dass Menschen gerne etwas bedeutungsvolles in ihrem Leben tun wollen. Socialbility kann diesbezüglich dem Mega-Trend Sustainability zugeschrieben werden, wodurch die soziale Komponente des Verhaltens deutlich wird. Zukünftig wird Socialbility ein Statussymbol sein, was auch Unternehmen in ihrer Produktkommunikation berücksichtigen müssen.
Darunter diesen Monat unter anderem das „Twitter-Training im Hotel“ oder die „Black List für ungebetene Gäste“.
Ein Grund mehr also sich die aktuelle Ausgabe unter www.austriatourism.com/bulletin zu bestellen.
Weitere Infos zum monatlich erscheinenden Executive Future Travel Trendreport gerne bei Oliver Puhe.
Mit NON-DISTURBING INTERACTIVITY und DIGITAL SABBATICAL starten wir heute die neue Kategorie Aktuelle Macro-Trends, in der wir Ihnen ab sofort monatlich zwei ausgewählte Top-Topics vorstellen.
NON-DISTURBING INTERACTIVITY – From Interrupted Interactivity to Non-Disturbing Interactivity
Non-Disturbing Interactivity ist ein Macro-Trend im Consumer Entertainment und stellt die Möglichkeit dar, klassische, lineare Inhalte für einzelne Personen interaktiv zu gestalten, ohne dabei das Erlebnis der anderen Zuseher zu beeinträchtigen.
Dies geschieht über Applikationen für mobile Endgeräte, die den Audio- oder Videotrack eines Filmes oder einer Serie in Echtzeit analysieren und dem User synchrone Hintergrundinfos und Zusatzinformationen auf sein Smartphone oder Tablet bringen. Ob im Kino mit hundert anderen Personen oder zuhause vor dem Fernseher mit Freunden, das Erlebnis der Mehrheit bleibt unverändert, jedoch das individuelle Filmerlebnis wird mit dem mobilen Endgerät zu einer crossmedialen Bereicherung.
DIGITAL SABBATICAL – Ich bin dann mal off!
Statusmeldungen, Mails, Tweets, Blogs mit unseren RSS-Feeds geben uns das gute Gefühl mittendrin zu sein und nichts zu verpassen. Doch immer mehr Menschen entkoppeln sich bewusst vom Strom der Echtzeitkommunikation. Sie kappen die Internetverbindung und schalten ihr Smartphone einfach ab. Die Dauer der digitalen Abstinenz variiert stark. Von anfänglich ein paar Tagen bis zu einem Monat wechseln Menschen vom Online- in den Offline-Mode.
Am Ende steht die Selbsterkenntnis, dass die Vorteile der sozialen Netzwerke und der mobilen Kommunikation das Leben jedes Einzelnen so stark erleichtern, dass keiner sie missen möchte. Doch man gelobt im selben Atemzug auch Besserung im Umgang mit digitalen Medien. Das Leben im Offline-Mode führt zu innerer Ruhe und lenkt die Konzentration auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Die Rückkehr der Muße steht uns bevor!
Ab sofort starten wir eine neue Serie mit dem Titel “Trends@Venture TV”.
Venture TV ist das Internet-TV für Gründer und junge Unternehmer, und ab heute stellen wir einmal pro Monat unsere Trends aus dem Newsletter nun auch einem Videopodcast von Venture TV vor.
Dazu sprechen Venture-TV Gründer André Vollbracht und Director TrendONE Berlin Norbert Hillinger über die neuesten Trends des Monats.
Judith Mühlenhoff aus dem Berliner TrendONE Office hat für das österreichische Magazin e-Media einen kurzen Gastbeitrag zum Thema Microblogging geschrieben.
TrendONE ist Marktführer in der Identifikation von Micro-Trends. International tätige Scouts sind täglich auf der Suche nach intelligenten Marketingkampagnen, neuen Technologien, Media- wie auch Online-Innovationen, neuartigen Geschäftsmodellen und Produkten.