CES 2012 – Tag 3: OLED, Mobile (Augmented Reality) Apps und die Macht von YouTube

Keynote Robert Kyncl von YouTube bei der CES 2012

Die internationale CES 2012 in Las Vegas neigt sich langsam dem Ende zu. Am dritten Tag der Convention gab Robert Kyncl, Vice President Global Content Partnerships von YouTube, in seiner Keynote zum Thema „Entertainment Matters“ erstaunliche Zahlen zur globalen Webglotze preis. So rechnet der von Netflix zu YouTube gewechselte Kyncl damit, dass 2020 rund 75% aller neu aufkommenden Kanäle Web-Video-Channels sein werden. Dass YouTube nicht zuletzt durch seine Embedding-Funktion und die dadurch potentiell steigende Verbreitung der Inhalte groß geworden ist, ist kein Geheimnis.


Welche Rolle das Social Network Facebook hier spielt, zeigte Kyncl heute auf. Demnach werden pro Jahr rund 100.000 Jahre (!) YouTube-Videos allein auf Facebook gestreamt. Insgesamt streamt YouTube aktuell drei Mrd. Stunden an Videomaterial pro Monat.

Obwohl Onlinevideo-Konsum auf Smart-TVs noch in seinen Kinderschuhen besteht, gehen in naher Zukunft 90% des gesamten Online-Traffics auf das Konto von Videos. Bis 2015 rechnet YouTube mit 500 Millionen verkauften Smart-TVs wodurch sich auch der Kuchenanteil von Video im gesamten Web-Traffic bis dahin noch einmal erhöhen wird.

Kyncl bestätigte in seiner Keynote die schon am Dienstag genannte Zahl von 700.000 Android Devices, die täglich registriert werden und ergänzte die Tatsache, dass dies mehr Geräte sind, als Babies pro Tag geboren werden. Muss YouTube also bald auf einem neuen Planeten nach neuen Kunden suchen?

Im Anschluss an Kyncls datenreiche Keynote, folgte eine Diskussion mit den Betreibern der erfolgreichsten YouTube-Channels, zu denen unter anderem der Erfinder der TV-Serie CSI Anthony Zuiker zählt.

Die komplette Keynote können Sie sich hier als Video ansehen:

High-Noon am Donnerstag in Vegas. Die CES lud zum Mobile App Showdown ein. Über 100 Entwickler mobiler Applikationen aus aller Welt haben sich dafür online registriert.

Die zehn Besten hatten am Donnerstag die Chance vor dem CES Publikum in jeweils vier Minuten ihre Applikation vorzustellen. Neben Entertainment und Augmented Reality Apps fiel vor allem die erstaunlich hohe Anzahl an Health und Fitness Apps auf. Hier eine kurze Vorstellung einiger Kandidaten, über die wir auch schon als Micro-Trends berichtet haben:

Aurasma: Die Firma Autonomy hat mit “Aurasma” eine Applikation entwickelt, die unter anderem mittels Bilderkennung und Augmented Reality passende Videos zu einzelnen Bildern in Zeitungen oder auf Verpackungen präsentiert. Hierzu wird die Kamera des iPhones mit der Anwendung beispielsweise über ein Foto in einer Tageszeitung gehalten. Per Bilderkennung sucht die Applikation in Videos im Internet nach diesem Bild. Das gefundene Video wird dann automatisch auf dem Display innerhalb des Originalhintergrunds eingespielt. Mehr Infos zu Aurasma finden Sie im Trendexplorer.

Magisto: Der Sieger des Mobile App Showdown bei der CES 2012 ist ein Service des israelischen Unternehmens SightEra Technologies, der seinen Benutzern hilft, Videos automatisiert attraktiver zu gestalten. Die Software hinter dem Online-Dienst macht anhand von Bewegungen, Verhaltensanalysen und Kameraführungen des Videos die wichtigsten Momente aus, poliert diese und schneidet sie eigenständig neu zusammen. Rohmaterial von bis zu 600 Megabyte kann auf diese Weise verarbeitet werden. Viele Dateiformate werden dabei unterstützt, seien es Videos von Smartphones oder Digitalkameras. Nach der Wahl der richtigen Hintergrundmusik ist das perfekte Urlaubsvideo im Handumdrehen fertig. Mehr Infos zu Magisto finden Sie im Trendexplorer.

Mit Macaw entwickelten Qualcomm Labs und die U.S. Preventive Medicine Inc. einen mobilen Dienst, der das Smartphone in einen persönlichen Gesundheitsratgeber verwandelt.

Besitzer eines Autos der Marke Viper können mit der App Viper SmartStart nicht nur ihr Auto mit dem Handy starten und stoppen sondern dieses zudem lokalisieren, auf- und zuschließen und die Heizung an kalten Tagen vorab aktivieren. Die App lässt Autobesitzer ihre Fahrzeug auch per Augmented Reality auf einem großen Parkplatz wiederfinden.

Mein persönlicher Favorit, der allerdings leider nicht beim Showdown mit dabei war, ist „Dance don’t fall“ von Fraunhofer Portugal. Bereits am Dienstag lernte ich zufällig Prof. Dr. Dirk Elias von Fraunhofer AICOS in Porto kennen, und er erzählte mir mehr über die App für Senioren. Das Fraunhofer AICOS aus Portugal hat die Betaversion der App lanciert, die vor allem Menschen über 65 durch einfache Tanzübungen vor dem Hinfallen schützen soll. Algorithmen analysieren dafür die Daten, die während der Übungen über die Bewegungssensoren aufgenommen werden, und berechnen so das Risiko der jeweiligen Nutzer zu stürzen. Die Anwendung gibt außerdem Rückmeldungen zum Fortschritt von Genauigkeit, Timing und Stabilität. Außer über das Smartphone kann sie über Google TV abgespielt werden und erlaubt sogar den Wettkampf unter Freunden. Mehr Infos zu Magisto finden Sie im Trendexplorer.

Mit dem Ende der großen Keynotes und Sessions startete zugleich der eigentliche Convention-Besuch. Zu den großen Themen des heutigen Tages in den Haupthallen der CES 2012 zählen bestimmt die Themen 3D und OLED-Screens.

So stellt LG in diesem Jahr den aktuell weltgrößten OLED-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll vor. Zudem zeigt der Hersteller Geräte, auf denen zwei Personen ein Videospiel in 3D gegeneinander auf nur einem Screen spielen können.

Morgen steht ein detaillierter Streifzug durch die CES in Las Vegas bevor. Stay tuned for more!

Mehr Bilder vom heutigen Tag gibt es wie immer auf Flickr.

 

Neue Podcast-Folge: Twan Jansen von YOUASME MEASYOU über Augmented Reality Pop-Up Stores

Trendpodcast Folge 6 - YOUASME MEASYOU

Wer sich für das niederländische Modelabel YOUASME MEASYOU begeistert, kann im Vondelpark in Amsterdam und auch in weiteren europäischen Städten bei guter Laune und schönem Wetter deren neueste Kollektion, nicht wie gewöhnlich im Geschäft, sondern draußen im Park kaufen. Wer zuvor die Augmented-Reality-Applikation Layar heruntergeladen hat, sieht mittels Smartphone die Umgebung an den Locations voll mit Kleidungsstücken und dazugehörigen Produktinformationen hängen. Shoppen können Liebhaber im Pop-up-Store per Knopfdruck dann einfach übers Handy. Doch nicht nur das Projekt der Niederländer ist innovativ. Ebenso spannend sind das Finanzierungsmodell sowie die zukünftigen Pläne des Labels.

Diese Folge des Podcasts ist Englisch und kann über itunes angehört und abonniert werden.

Aktueller Macro-Trend: Diminished Reality

Diminished Reality

Wir halten stets Augen und Ohren offen, um neue Wandelphänomene zu erkennen, die sich in unseren Micro-Trends manifestieren. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen regelmäßig spannende, neu-identifizierte Macro-Trends.

Diminished Reality


Dass sich per Augmented Reality digitale Informationen wie eine Schicht auf unsere reale Wahrnehmung legen, ist nichts Neues mehr. AR-Apps und -Werbekampagnen haben unseren Alltag längst erobert. Per Diminished Reality passiert nun genau das Gegenteil: Dank zahlreicher neuer Apps und Software können Gegenstände und Personen automatisch und in Echtzeit aus dem Blickfeld entfernt werden. Spezielle Verfahren stellen dabei sicher, dass das Bild konsistent bleibt und die Bildmanipulation vom Betrachter nicht als störend wahrgenommen wird. Ohne aufwendige Bildbearbeitung werden visuelle Informationen eines Objekts reduziert und gezielt andere Informationen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Micro-Trend: Künstliche Fata Morgana macht Gegenstände unsichtbar

 



Forschern der US-amerikanischen Universität von Texas in Dallas ist es gelungen, eine künstliche Luftspiegelungs-Illusion zu generieren, die Objekte unsichtbar macht. Dieser in der heißen Wüste natürlich auftretende Effekt einer Fata Morgana wurde durch ein transparentes Blatt aus stark ausgerichteten Kohlenstoffnanoröhrchen, die schnell auf hohe Temperaturen erhitzt werden, nachgebildet. Wird die Hitze auf die Umgebung des Blattes transferiert, bewirkt es einen Temperaturanstieg, der die hellen Strahlen weg von dem Gegenstand hinter dem Blatt lenkt und diesen somit unsichtbar erscheinen lässt.

 

Im Trendsalon: Der verstellte Blick auf die Wirklichkeit

Trendsalon

Das Trendbook 2012 packt aus: In regelmäßigen Abständen werden wir Ihnen hier Auszüge aus dem Lexikon für Trend- und Zukunftsbegriffe vorstellen. 15 internationale Vordenker und Visionäre aus Wissenschaft und Wirtschaft haben im Sonderkapitel Trendsalon verschiedene aktuelle Themen näher beleuchtet.

Heute erzählt uns Matthias Abel, Spezialist für qualitative Marktforschung und die Entwicklung von Marketingstrategien, wie sich unsere Wahrnehmung durch  Augmented Reailty verändern wird.

Der verstellte Blick auf die Wirklichkeit- Wie Augmented Reality unsere Wahrnehmung verändert

Von Matthias Abel

Das Wissen der Welt wächst. Und es wächst immer schneller. Wir leben in einer Informationsgesellschaft, in der es dem einzelnen Individuum längst unmöglich geworden ist, mit dem Fortschritt Schritt zu halten. Der rasante Wissenszuwachs stellt unser Verständnis von Bildung auf die Probe. Die Kultur des Bildungskanons geht zu Ende. An ihre Stelle tritt die Technologie. Die Technologie erlaubt uns heute, Wissen zu speichern und sinnvoll nachzufragen oder zu verteilen: Just-in-time. Und so werden alte Bildungsideale und pädagogische Maximen durch eine technologiebasierte Such- und Quellenintelligenz ersetzt: Wir wissen heute nicht mehr alles, doch wir wissen, wo man Wissen finden kann. Technologien sind zum Treiber unserer Wissenskultur geworden und haben Phänomene wie Google oder Wikipedia hervorgebracht. So weit, so gut.

WISSEN PRÄGT UNSERE WAHRNEHMUNG

Diese Medaille hat jedoch wie alles eine Kehrseite: Denn was wir wissen, prägt auch unsere Wahrnehmung. Je mehr wir wissen, desto mehr sehen, hören, verknüpfen, verstehen und vergleichen wir. Das ist gut und wichtig und bewahrt die Bildung bis heute davor, obsolet zu werden. Denn wenn es darum geht, über Wissen Wahrnehmung zu prägen, stößt die Technologie an ihre Grenzen – nur zu wissen, wo man Informationen finden kann, hilft uns nicht dabei, besser zu sehen, zu hören, zu verstehen. Denn im Moment der Wahrnehmung ist die relevante Information nicht verfügbar.

DIE LÜCKE WIRD GESCHLOSSEN

Doch die Technologie hat dieses Defizit längst erkannt und eine Antwort parat: „Augmented Reality” heißt das Konzept, das den Moment der Wahrnehmung und den der Wissensvermittlung miteinander verbindet, indem es computergestützt eine virtuelle Informationsebene über die Wirklichkeit legt. Die Information, die wir nicht kannten (aber natürlich hätten finden können, hätten wir danach gesucht), wird im Moment der Wahrnehmung verfügbar gemacht. Der Blick auf die Welt wird durch virtuelle Überlagerung gleichzeitig verstellt und erweitert. Die zweite, virtuelle Wirklichkeit schließt die Lücke zwischen Wissen und Wahrnehmung: Das notwendige Wissen steht uns wahrnehmungserweiternd in Echtzeit zur Verfügung.

FÄHIGKEIT ZU KRITIK UND ZWEIFEL

Und das ist nicht unproblematisch, denn dieses “Wissen” ist medial vermittelt. Dieses Wissen ist keine individuelle Kombination aus über einen langen Zeitraum entwickelten und gesammelten Erfahrungen, Informationen und Überzeugungen, sondern es ist das distribuierte Wissen eines anonymen Absenders. Es prägt unsere Wahrnehmung. Durch die nicht zu bewertende Qualität der medial vermittelten Information verändert sich auch die Qualität unserer Wahrnehmung und damit unsere Vorstellung von den Dingen. Wir verlieren unsere Fähigkeit zu Kritik und Zweifel und werden manipulierbar.

INDIVIDUUM? – DAS UNTEILBARE TEILT SICH

Und doch: Technologie ist heute die einzige Möglichkeit, um mit dem Fortschritt vielleicht doch Schritt zu halten. Und ihre prägende Bedeutung für unser Weltverständnis wird weiter wachsen. Dennoch, ihre wachsende Bedeutung impliziert ein neues pädagogisches Mandat: Nie war es wichtiger, die eigene Fähigkeit zur kritischen Medienrezeption und auch -produktion zu schulen. Soziale Plattformen wie Facebook, Microblogging-Tools wie Twitter oder Geo-Apps wie Foursquare sind längst Teil unserer Identitätskonstruktion geworden: das Individuum – das Unteilbare – ist geteilt in eine virtuelle und eine physikalische Identität.

AUGMENTED REALITY ALS KLEBSTOFF ZWISCHEN IDENTITÄTEN

Die Augmented Reality wird uns in Zukunft ermöglichen, beide Identitäten wieder miteinander zu verschmelzen, indem sie den Moment des gegenseitigen Erkennens digital begleitet. Und noch bevor wir erfasst und kritisch reflektiert haben, welche Auswirkungen unsere neue Sendebereitwilligkeit und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auf unser Sein und unsere Gesellschaft haben, ist uns die Technologie wieder um einen Schritt voraus.

Matthias Abel ist Spezialist für die Entwicklung von Unternehmens- und Markenvisionen und ihre Übersetzung in Produkte, Services und Marketing-Programme. Nach seinem Studium und Stationen bei Springer & Jacoby, im Trendbüro und bei Sturm und Drang machte sich Matthias (Abel) 2004 selbständig und gründete das Unternehmen Wirtschaftswunder. Wirtschaftswunder entwickelt Strategien und Produktinnovationen auf Basis innovativer Marktforschungsmethoden. Matthias Abel arbeitet für Unternehmen im In- und Ausland und als Strategie- und Research-Partner für Werbe- und Trendforschungsagenturen.

Diesen und weitere Artikel finden Sie im Trendbook 2012.
Das Trendbook 2012 ist ein kompaktes Nachschlagewerk über die Trendbegriffe der Zukunft. Eine kostenlose Preview erhalten Sie hier.

 

 

 

GEWISTA im Trend Podcast Interview mit Micha Ramm

GEWISTA - A1 Station Branding und Winpin

Mit der fünften Episode unseres Trend Podcasts, bei der wir diesmal Philipp Hengl vom österreichischen Außenwerber GEWISTA vor das Mikro gebeten haben, stellen wir Ihnen heute auch unseren neuen Podcast Moderator Micha Ramm vor.

Micha ist Berliner und studierte nach dem Abitur vier Jahre lang in Amsterdam, Spanien und Kuwait internationales Management und Marketing. Danach arbeitete er in einer Kommunikationsagentur, u.a. als Texter und sattelte dann auf Journalismus um. Seit letztem Jahr ist er Masterstudent im Studiengang Journalismus der Berliner Universität der Künste. Hier hat er sich auf Radiojournalismus und Fotografie spezialisiert. Michael arbeitete bereits für den Tagesspiegel, zitty, Fritz und StarFm und eine Fotoserie lief im August im Berliner Fenster der U-Bahn.

 

Informativ und zugleich unterhaltsam war sein erstes Gespräch, das ihn nach Österreich führte, wo GEWISTA in den letzten Monaten gleich mit zwei Aktionen gezeigt hat, wie erfolgreich man mit multimedialen Elementen die klassische Außenwerbung auf ein neues Level bringen kann.

Erfahren Sie mehr über das A1 Station Branding und WinPin in der aktuellen Ausgabe unseres TrendONE Trend Podcasts.

InsideAR – Die Zukunft von Augmented Reality

Augmented Reality Mechaniker

Keine Augmented Reality Messe, ohne TrendONE. Am 26. Und 27. November fand die InsideAR Konferenz in München statt. Wir waren vor Ort um uns umzuschauen, zu lernen und – mitzuspielen. Zahlreiche Live-Cases zu AR-Anwendungen stellten auf anschauliche Art und Weise dar, welche unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten sich mit Augmented Reality bieten.

Die Highlights:

The Augmented City

Eine spannende Entwicklung ist die optische 3D Erkennung von Objekten: In Zukunft können so neben Markern und zweidimensionalen Bildern auch dreidimensionale Objekte als Anknüpfungspunkt für AR genutzt werden.

Dieses Feld ist besonders für Stadtplaner interessant: Ganze Straßenzüge können dreidimensional mit augmentierten Informationen angereichert werden. Zukünftige Gebäude oder Verkehrsströme können direkt vor Ort per AR-Anwendung dargestellt werden, noch während sie sich im Planungsstadium befinden.

 

AR Automotive Maintenance and Construction

Da Augmented Reality ursprünglich für industrielle Anwendungen entwickelt wurde, sind die Anwendungen in diesem Bereich besonders fortgeschritten. Besonders praktisch ist die Anleitung für die Wartung des eigenen Autos: Hier wird einfach das iPad über – beispielsweise – den Motor gehalten, um die nötigen Arbeitsschritte Schritt für Schritt optisch dargestellt zu bekommen.

Die Forscher des Fraunhofer-Instituts in Wachtberg haben eine Software auf Basis von Augmented Reality entwickelt, mit deren Hilfe Reparaturarbeiten an Industriemaschinen auch aus der Ferne möglich sind. Die defekte Maschine wird dafür mit einer Kamera aufgenommen. Anhand von 2D-Barcodes, die an den Einzelteilen angebracht sind, ermittelt das System Kameraposition und -richtung und sendet die Daten an die Herstellerfirma. Dort sieht der zuständige Techniker die Maschine in derselben Perspektive und kann mit Hilfe der Software Arbeitsanweisungen an bestimmte Teile der Maschine schreiben.

Ebenfalls aus dem Automobilbereich ist der Augmentierte Röntgenblick: Mit ihm kann die Technik und Konstruktion des Fahrzeuginneren sichtbar gemacht werden.

Da diese Anwendung bis auf 1mm genau auf das Objekt augmentiert, wird diese Technologie beispielsweise bei der Entwicklung von 1:1 Modellen genutzt. Denkbar wäre aber auch die Anwendung am Point of Sale, um Kunden die Technik verständlicher zu machen.

AR und Gaming

Es wird vermutet, dass Gamification im jahr 2015 bereits ein 1.5 Milliarden Dollar Markt sein wird. Gamification bedeutet, dass spielerische Elemente in alltägliche Handlungen integriert werden. Hier liegt großes Potenzial für Augmented Reality Anwendungen.
Um seine offizielle Markteinführung zu feiern, hat Blippar, Anbieter einer mobilen Anwendung für Augmented Reality, mit dem Süßwarenhersteller Cadbury ein Spiel erstellt, das die Produktverpackung miteinbezieht. Blippar verwandelt Verpackungen von Markenherstellern in eine marketingwirksame virtuelle Attraktion. Cadbury hat darin nun ein Spiel integriert, das durch Abfotografieren der Verpackung gestartet wird. Der Spieler sieht dann augmentiert auf dem Handy-Display ein interaktives Video-Spiel, das ganz auf das Produkt und seine Verpackung zugeschnitten ist.

Soll es jedoch über Marketing-Anwendungen hinaus gehen, sind neue Endgeräte gefragt, um ein intensiveres Spielerlebnis zu erzeugen. Hier wird immer häufiger das Thema Augmented Vision angesprochen – die nächste Stufe in der Augmented Reality Evolution. Es handelt sich um Videobrillen, oder die aus unseren Keynotes bekannten AR-fähigen Kontaktlinsen.

 

 

TrendONE stellt sich vor: Marc Lüttgemann – Quality Manager

Marc Lüttgemann

Wie kamst du zu TrendONE?

Meinen ersten Kontakt mit TrendONE hatte ich im Jahr 2007, als ich Geschichte an der HU Berlin studierte. Auf der Suche nach neuen Impulsen stieß ich auf eine Stellenanzeige von TrendONE Hamburg und entschied mich für einen radikalen Schritt: Die Geschichtswissenschaft hinter mir zu lassen und mich der Zukunftsforschung zu widmen. Ich begann mit einem Praktikum in Hamburg und wechselte anschließend für ein Traineeship in unser Berliner Büro.

Um meine Kompetenz für journalistisches Schreiben weiter auszubauen, begann ich 2009 eine zweijährige Ausbildung als Redakteur an der Axel Springer Akademie mit Stationen bei Welt Kompakt, SPORT BILD, Bild.de und 11 Freunde. Doch die Faszination für die Zukunft blieb: Seit Juli diesen Jahres bin ich erneut bei TrendONE tätig und verbinde meine Neugierde für Trends und Innovationen mit meinem journalistischen Hintergrund.

Was machst du bei TrendONE?

Als Quality Manager bin ich Teil der Product Unit und leite die Qualitätsprüfung der Micro-Trends. Von den 1.500 Vorschlägen, die bei uns sorgfältig bewertet, eingeordnet und interpretiert werden, bleiben am Ende des Monates 300 Trends, die wir annehmen und dementsprechend aufbereiten. Meine Aufgabe ist es, sicherzugehen, dass der Kunde Micro-Trends erhält, die inhaltlich und sprachlich einen hohen Standard haben.

Am Prozess der Micro-Trend-Entstehung sind viele Akteure beteiligt. Ich bin dafür verantwortlich, dass dieser Ablauf so reibungslos und effizient wie möglich stattfindet. Ich koordiniere und betreue unsere Trendwriter und stelle die Weichen für einen in Zukunft noch umfangreicheren Trendpool: Schon bald wollen wir immer mehr Micro-Trends monatlich veröffentlichen, ohne dass die Qualität der Trends beeinträchtigt wird.

Was ist dein derzeitiger Lieblingstrend?

Mein aktueller Lieblingstrend ist ein interaktives Augmented-Reality Projekt aus den Niederlanden: Das Modelabel YOUASME MEASYOU hat mit Hilfe der AR-Applikation Layar einen Park in Amsterdam in ein virtuellen Ausstellungsraum für ihre neue Kollektion verwandelt. Kleidungsstücke konnten in diesem besonderen Ambiente per Smartphone angeschaut und anschließend gekauft werden. (Mehr im Trendexplorer)

Ein weiterer Trend, der mich durch sein einfaches, aber intelligentes Konzept begeistert hat, ist die Webseite pfandgeben.de. Von Studenten der HTW Berlin entwickelt, können hier Menschen ihre Bequemlichkeit mit einem guten Zweck verbinden und leere Pfandbehälter an benachbarte Pfandsammler spenden.