Waste Mining – Abfall als Teil des Wertschöpfungsprozesses

 

Gibt es eine Zukunft, in der alles weggeworfen werden kann, ohne dabei Abfall zu produzieren? Weltweit arbeiten Start-ups an der Vision einer müllfreien Welt, in der selbst das Wegwerfen noch einen Sinn ergibt. Dazu entwickeln sie Technologien, Verfahren oder Prozesse, die Produkten ein ewiges Leben ermöglichen. Ob Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte –  jedes Produkt soll zukünftig in seine Bestandteile zerlegbar sein. Durch spezielle Rückgewinnungsvarianten werden wertvolle Sekundärrohstoffe gewonnen und anschließend in den Rohstoffkreislauf zurückgegeben.

Das von zwei Tesla-Managern gegründete Start-up „Redwood Materials“ sieht im Waste Mining einen vielversprechenden Zukunftsmarkt. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Erforschung der Wiederaufbereitung von Batterien aus Elektrofahrzeugen. Denn mit steigendem Einsatz der Fahrzeuge nimmt auch die Anzahl an Akkus zu, die entsorgt werden müssten. Ein Recycling der Batterien ist umweltfreundlich und kosteneffizient zugleich. Einen anderen Weg geht der Textilkonzern C&A, der eine kompostierbare T-Shirt-Kollektion auf den Markt bringt. Das Kleidungsstück besteht aus reiner Bio-Baumwolle und bei der Produktion kamen nur ungiftige Chemikalien zum Einsatz. Es zersetzt sich nach elf Wochen und kann als anschließend als Naturdünger verwendet werden.

Weitere Beispiele für Innovationen im Bereich Waste Mining:

  • Forscher der Technischen Universität München haben ein Katalysatorkonzept entwickelt, das mit Hilfe von Zeolithkristallen die Temperatur und den Energiebedarf zur Umwandlung von Biomüll in Treibstoff reduziert.
  • Das kanadische Start-up Ronin8 nutzt einen eigens entwickelten Prozess, um aus Elektroabfällen wertvolle Metalle zu gewinnen und somit die Umweltbelastung, die etwa durch die Produktion von giftigen Gasen bei der Verbrennung des Abfalls entsteht, zu verhindern.
  • Forscher der Deakin University School of Engineering in Australien haben für das Projekt „3D Wash“ den Prototyp eines solarbetriebenen 3D-Drucksystems entwickelt, das aus Kunststoffabfällen Ersatzteile für das Sanitär- und Wassersystem in ländlichen Gebieten mit schwacher Infrastruktur herstellen kann.

Wiederaufbereitete und kompostierbare Produkte sind nur zwei Möglichkeiten für eine entstehende „Circular Economy“, die nicht auf Müllvermeidung setzt, sondern Produkte so herstellt, dass sie für immer nützlich bleiben. In geschlossenen Kreisläufen könnte so zukünftig selbst Kohlendioxid zu Plastik wiederaufbereitet werden und einen positiven Beitrag im Klimaschutz leisten. Für ein Leben ohne Abfall stellt Waste Mining dabei die wichtigste Voraussetzung dar.


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