Die Zukunft der Mobilität – Unterwegs ist das neue produktiv

Zukunft der Mobilität

 

Die Kosten und der Zeitaufwand der Raumüberwindung sinken seit Jahrzehnten – ein Grund, warum die täglich oder wöchentlich zurückgelegten Strecken immer länger werden.

Allein in Deutschland gibt es immer mehr Fernpendler – 2013 legten bereits 1,2 Millionen Beschäftigte einen einfachen Weg von über 150 Kilometern zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Das nimmt Zeit in Anspruch, die im Alltag fehlt und für Stress sorgt. Konzepte wie der Hyperloop bieten zukünftige Lösungen für die extrem schnelle Überwindung großer Distanzen. Ein anderer Ansatz ist, die Transitzeiten zu nutzen und nicht erst am Ankunftsort produktiv zu sein. Sondern schon unterwegs.

Unsere These ist: Sobald autonomes Fahren zu unserer Lebenswirklichkeit gehört, haben wir es nicht mehr so eilig, von A nach B zu kommen. Unser Auto, nach unserem Geschmack eingerichtet wie ein zweites – oder gar erstes – Wohnzimmer, wird zur Lounge. Dort tun wir ähnliche Dinge wie zu Hause, im Café oder am Arbeitsplatz: Fernsehen, arbeiten, im Internet surfen, telefonieren oder uns entspannen.

Dann ist es fast egal, wie langsam oder schnell unser Auto fährt – wir bevorzugen es in Zeiten steigender Energiepreise und größerem Umweltbewusstsein sogar, möglichst energiesparend von einem Ort zum anderen zu gelangen und verlassen uns bei der Wahl von Strecke und Geschwindigkeit ganz auf die (künstliche) Intelligenz unseres Fahrzeuges.

 

Bis es allerdings soweit ist, dass jeder in seiner eigenen Wohlfühl-Umgebung unterwegs ist, gibt es bereits jetzt Lösungen, die sich des Problems der verlorenen Transitzeit produktiv annehmen:

 

Bus wird zum Café und Arbeitsplatz

Das Start-up Leap Transit, das den öffentlichen Verkehr revolutionieren möchte, hat seine erste Buslinie in San Francisco lanciert und bietet Pendlern unter anderem WLAN-Zugang und Plätze zum Arbeiten an. Dafür wurden alte NABI-Busse umgebaut, sodass sie nun mit natürlichem Gas betrieben werden. Die Gäste profitieren von komfortablen Sitzen und Barstühlen an einer Theke, auf der Laptops Platz finden. Die Bezahlung wird über QR-Codes abgewickelt, die beim Einsteigen gescannt werden. Über eine App können sich die Gäste im Bus zudem Getränke bestellen und sogar sehen, um welche Personen es sich bei ihren Mitfahrern handelt.

Leap – Your daily commute. Redesigned. from Leap on Vimeo.

 

Spinningtraining für Pendler im Bus

Pendlern in London soll schon bald das hochintensive Intervalltraining „HIIT“ der britischen Fitnessstudiokette 1Rebel im Bus auf dem Weg zur Arbeit angeboten werden. Das mobile Spinningstudio soll auf den meisten Busrouten in London eingesetzt werden, sodass Pendler die Zeit auf dem Weg zur Arbeit für ihr Training nutzen können. Alle Busrouten enden bei 1Rebel-Fitnessstudios, wo die Pendler duschen können und mit Smoothies versorgt werden. Das mobile Spinningtraining soll 45 Minuten dauern und zwischen zwölf und 15 Pfund kosten.

 

Im Hotel auf Rädern die Nacht durchschlafen

Das Start-up SleepBus aus San Francisco bietet einen gleichnamigen Transportservice an, der seine Nutzer über Nacht in einem Hotel auf Rädern in eine entfernte Stadt befördert. Die erste Buslinie befährt die Route von San Francisco nach Los Angeles, wobei Kunden 48 US-Dollar für eines von 20 Hochbetten pro Gefährt zahlen. Dieses verfügt zudem über einen Loungebereich und eine kontinuierliche WLAN-Verbindung. Den Fahrgästen werden auch Tee und Kaffee kostenlos angeboten. „SleepBus“ stellt eine kostengünstigere Alternative zum Flugzeug dar, für das Kunden bei gleicher Strecke rund 100 bis 200 US-Dollar zahlen müssen.

 

Roboterpizzeria backt auf dem Weg zum Kunden

Das Start-up Zume Pizza überlässt die Auslieferung seiner Pizzen intelligenten, mit Öfen ausgestatteten Liefertrucks. Nach einem kurzen Vorbacken in der Pizzeria findet der eigentliche Backvorgang erst während des Transports auf dem Weg zum Kunden statt. In einem von 56 Miniaturöfen wird die Pizza vier Minuten vor dem Auslieferungszeitpunkt bei 425 Grad Celsius fertig gebacken und frisch aus dem Ofen übergeben. Ermöglicht wird dies durch eine patentierte Technologie zur Verkehrsprognose, die die Ankunftszeit berechnet und zum richtigen Zeitpunkt den Ofen startet. Die verwendete Energie stammt aus dem Dieselmotor des Fahrzeugs.

 

 

Automobil wird zum Büro

Der Automobilhersteller Mercedes entwickelt gemeinsam mit Microsoft ein System, das seine Modelle in einen digitalen Assistenten verwandelt. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz ist dieses „Büro im Auto“ beispielsweise in der Lage, den Kalender einzusehen und dort festgehaltene Anrufe zum richtigen Zeitpunkt zu initiieren. Gleichzeitig merkt es sich häufig genutzte Routen und findet die Route mit dem geringsten Verkehrsaufkommen. Zukünftig soll das System auch die Integration von Kurznachrichtendiensten bieten. Das Projekt ist ein erster Schritt in Richtung vollkommen autonomer und intelligenter Automobile.

 

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