TRENDONE auf der IFA

Die IFA ist zu Ende – und war mit 1645 Austellern und 245.000 Besuchern und die erfolgreichste bisher. Wir waren zwei dieser Besucher. Aber was haben wir alles gesehen? Viel. Und auch viel zu wenig. Unser Learning: ein Tag ist viel zu kurz, auf das Shuttle warten ist nicht die beste aller Ideen und Bratwurst ist das inoffizielle IFA-Food.

Endlich am Südeingang angekommen, ging es rein – aber wohin zuerst? Bei 150.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche liegt das Eine selten neben dem Anderen – also erst einmal quer durch das Messegelände zur Startup-Halle.

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Dort ging es auch gleich mit einer Smart Home-Anwendung los. Eliq ist ein Produkt der schwedischen Firma Exibea AB, das den Energieverbrauch im Haus steuert. Nicht wirklich neu und Energieoptimierungslösungen gab es an jeder Ecke, aber die Sensoren werden bereits im IKEA in Schweden verkauft. Immerhin!

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Als nächstes sahen wir SPIN remote, eine Art großen, frei beweglichen Knopf, mit dem zukünftig alle Fernbedienungen überflüssig werden sollen. Stylisch wie er ist, wurde er auch gleich für einen Designpreis nominiert. Unklare Zukunftsaussichten, aber wir bleiben dran.

Brewie kam aus einer ganz anderen Ecke – das ungarische Startup hat eine Braumaschine für den Hausgebrauch konzipiert, die man selbstredend auch mit der passenden App durch das Smartphone steuern kann. Mit 20 Litern Kapazität eigentlich ideal für die größere WG oder das kleinere Büro. Wer weiß – vielleicht gibt’s zum nächsten Afternoon for Innovators ja schon Selbstgebrautes?!

Aus der Kategorie „Warum eigentlich nicht?“: der „connected speaker“ Triby, den man an den Kühlschrank hängen kann. Man kann mit ihm Musik hören, Anrufe tätigen und aus der Ferne Nachrichten verfassen und anzeigen lassen. Ach ja, und hübsch ist er auch!

Die Jungs von Leihbar befinden sich mit ihrem Projekt gerade in der Beta-Phase. Sie wollen Alltagsgegenstände ausleihbar machen – und zwar mit Hilfe von Spätis! So können Kunden die Dinge, die sie leihen wollen, um die Ecke gegen einen festen Betrag pro Tag abholen. Alle Produkte werden von namenhaften Partnerunternehmen gesponsert. Finden wir gut!

Unter Random-Entdeckungen fällt das flexible Kühlschranktürsystem von AEG, bei dem auch ein tiefer Behälter für die Kühlung von Kräutern mitgedacht ist. Random – wissen wir – aber auch ein schönes Beispiel, wie der Konsumententrend zum frischen Kochen in der Ausstattung von Elektrogeräten mitgedacht wird.

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Neben den vor allem im Smart Home angesiedelten innovativen Produkten, war es allerdings Kaspersky Lab, die für den Aufreger der Messe sorgten: Die Sicherheitsexperten ließen einem Probanden live einen Chip in den Handrücken implantieren. Beworben wurde das beinahe schmerzfreie, sekundenschnelle Verfahren als zukünftige Anschlussstelle des Menschen an das Web of Everything. Zunächst beschränkt sich die Nutzung aber, ganz entsprechend der Branche, auf Authentifizierungsverfahren, etwa als Ersatz für Schlüsselkarten. Entgegen vieler Stimmen, die hier bereits den nächsten logischen Schritt nach den Wearables zu sehen meinten, wusste Kaspersky-Manager Tschereschnew hier zu beruhigen: Man befinde sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium.